Versorgung: Statt Schlange stehen im Supermarkt: Alternativen sind Verkaufsautomaten und Hofläden

Das Angebot an Verkaufsautomaten und -hütten für Lebensmittel wächst, nicht zuletzt wegen des geänderten Einkaufsverhaltens während der Pandemie. Auch im Kinzigtal gibt es – neben den klassischen Hofläden – immer mehr Angebote.

Mittleres Kinzigtal. Parkplatzsuche und Warteschlange an der Kasse fallen schon einmal weg. Zumindest am Automaten auch der Mundschutz – vielleicht ist das der Grund dafür, dass sogenannte Regiomaten zur Zeit beliebt sind bei den Kunden. Zudem vertrauen während der Krise immer mehr Menschen auf kurze Lieferketten und Produkte aus der Region, so die Beobachtung.

Egal ob Backwaren, Wurst und Fleisch, Eier, Milch oder Honig – die Inhalte der Automaten und Hütten, in denen Landwirte oder Bäckereien und Metzgereien ihre Produkte direkt an den Kunden verkaufen können, werden dabei immer umfangreicher. Ein weiterer Vorteil: Sie sind rund um die Uhr erreichbar und brauchen, außer zum Befüllen, kein Personal.

Rund um die Uhr erreichbar

Einen solchen Verkaufsautomaten haben zum Beispiel Klara und Rudolf Würth von "Rudis Backstüble" vor Kurzem in Betrieb genommen. Direkt an der Backstube im Oberwolfacher Ortsteil Kirche können am "Genießerkistle" nun verschiedene Brote, Laugengebäck, Weckle, Baguettes, süße Stückle, Nusszöpfle, Rührkuchen, Kekse und auch Nudeln oder Dinkelnudeln gekauft werden. Auf die Idee seien sie durch die gut laufenden Eierautomaten in der Umgebung gekommen, erklärt Klara Würth. Ihr Mann fügt hinzu: "Der Vorteil ist, dass der Automat morgens frisch bestückt werden kann und dann ohne Zeitbegrenzung genutzt werden kann."

Für sie sei das "Genießerkistle" ein weiteres, coronaunabhängiges Standbein. Wie es angenommen wird, werde sich zeigen. Die beiden sind aber zuversichtlich. "Im Sommer kann man das Sortiment zum Beispiel anpassen, indem mehr Baguettes und Ähnliches zum Grillen drin sind", plant Rudolf Würth schon einmal in die Zukunft. Ein Hinweisschild an der Straße beim Mitfahrbänkle am großen Parkplatz weist nun auf den Standort des "Genießerkistles" hin.

Auch die Metzgerei Wöhrle in Hornberg setzt auf einen solchen Automaten. Dieser ist rund um die Uhr sieben Tage die Woche mit frischen Wurstwaren bestückt, berichtet Dagmar Wöhrle. Das Angebot sei bunt gemischt: Steaks, Fertigessen im Glas, Dosenwurst, Salate, Aufschnitt, frische Eier, geräucherte Bratwurst, Landjäger, Grillwürste und auch Wienerle stehen im Automaten zum Verkauf. Vor allem am Wochenende sei der Automat stark gefragt, betont sie. Noch werde mit Geldscheinen und Münzgeld bezahlt, Mitte des Jahres soll jedoch auf EC-Zahlung umgestellt werden.

Doch auch am Regiomaten ist Corona ein Thema. Der Einkauf darf ohne Mundschutz erfolgen. Während der nächtlichen Ausgangssperre sei der Einkauf nach 20 Uhr zwar möglich, aber genau genommen nicht erlaubt gewesen. "Aber es haben sich alle daran gehalten", so Dagmar Wöhrle. Dass sich die Nachfrage nach regionalen Produkten während Corona verändert hat, kann sie bestätigen. Besonders gerne würden derzeit Fertigessen in Gläsern, Salate sowie Steaks gekauft.

Auf Wanderwegen ist viel los

Auch Heidi Reitsamer vom Schremppenhof auf dem Schwarzenbruch in Oberwolfach hat eine Veränderung im Kaufverhalten bemerkt – allerdings leider in die andere Richtung. Die Saison in ihrem Hofladen sei in diesem Jahr leider "ziemlich dünn" gewesen, berichtet sie. Neben einigen Stammkunden sei auch der Tourismus in der vergangenen Saison fast komplett ausgefallen. Auch Hofführungen und Kräuterwanderungen hätten nicht stattgefunden. "Wir bauen auf die kommende Saison", sagt sie. Im Winter sei der Hofladen allerdings ohnehin geschlossen, "um Mensch und Tier eine Pause zu gönnen."

In ihrem Hofladen verkauft sie neben Wurst und Fleisch Marmelade sowie Sirup auch Käse. "Nur das, was wir auch selber erzeugen", erklärt sie. Vor allem der Käse und Wurst in der Dose seien recht gut angenommen worden. Während der Corona-Zeit habe sich natürlich auch im Hofladen einiges geändert. So dürfe nur eine Person den Laden betreten, es müsse Mundschutz getragen werden und auch auf den Abstand werde natürlich geachtet.

Aber während des Lockdowns sei auf den Wanderwegen viel los gewesen. "Darum denken wir über eine Hütte oder einen Verkaufsstand nach", erklärt Heidi Reitsamer. "Das ist einfach unkomplizierter", ist sie sich sicher. Der Kunde könne kontaktlos rund um die Uhr einkaufen und wer Fragen habe, könne sich gerne melden.

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