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Oberwolfach Endspurt für ein Leuchtturmprojekt

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Zum Abschluss des Projekts trafen sich (von links) Jürgen Armbruster, Lea Zinßmeister, Heiko Niere, Bürgermeister Matthias Bauernfeind und Regina Ostermann. Foto: Beule Foto: Schwarzwälder Bote

Rund 22 000 laufende Meter Zaun sind in Oberwolfach in den vergangenen zwölf Monaten gebaut worden. Sie sind Teil des Weidezaunförderprogramms des Landschaftserhaltungsverbands Ortenau (LEV). Nun findet das Projekt seinen Abschluss.

Oberwolfach. Treffpunkt für den Pressetermin war im Frohnbach unweit der Grube Wenzel, wo mit dem "Begegnungsgehege Mensch und Tier" eine kommunale Fläche mit einem 1,2 Metern hohen Wolfszaun eingefasst wurde. "Das Projekt ist ein extrem wichtiger schritt in Richtung Offenhaltung", fasste Bürgermeister Matthias Bauernfeind zusammen. Denn die so erhaltenen Freiflächen würden einen wesentlichen Teil der Lebensqualität in der Region ausmachen. Darum sei er froh, dass dieses Projekt (siehe Info) gemeinsam mit LEV und der Firma ZaunQ aus Gera umgesetzt wurde.

Das Projekt befinde sich im Endspurt – derzeit würden noch die letzten 600 Meter Zaun gebaut. Leider habe die Gemeinde das Projekt im Jahr 2019 nicht ganz abschließen können, da der entsprechende Förderbescheid des Regierungspräsidiums (RP) zu spät gekommen sei, so Bauernfeind. Für Heiko Niere, Geschäftsführer von ZaunQ, und Mitarbeiterin Lea Zinßmeister heißt es nun langsam Abschied nehmen vom Wolftal. In den vergangenen Monaten haben sie Zäune für die Beweidung mit Rindern über Zäune für Ziegen bis hin zu sogenannten wolfssicheren Zäunen auf 23 Teilflächen erstellt.

Das Projekt in Oberwolfach reihe sich ein in eine ganze Reihe von Projekten, die seit 2013 durch ein Abkommen zwischen dem RP, der unteren Landschaftsbehörde und dem LEV geschlossen wurde. Seitdem wurden rund 170 000 Laufmeter Zaun gebaut – 22 000 davon in Oberwolfach, fasste LEV-Geschäftsführerin Regina Ostermann zusammen. Insgesamt seien so rund 540 Hektar Fläche offengehalten worden und rund 700 000 Euro an Fördergeldern in den Ortenaukreis gebracht worden.

Im Jahr 2013 habe sich die Gemeinde schon einmal am Weidezaunprojekt beteiligt, erinnerte Bauernfeind. Damals seien bereits rund 9,5 Kilometer Zaun aufgestellt worden. Allerdings zeichne sich nun ab, dass es für die Akteure komplizierter werde. "Wir müssen schauen, wie sich das entwickelt und ob in Zukunft noch solche großen Projekte möglich sein werden", meinte er.

Aus Sicht der Landwirte könne er nur "Danke" sagen für so ein Projekt, erklärte Jürgen Armbruster als Vertreter des BLHV. "So ein professioneller Zaun ist für viele nicht machbar – dafür braucht es Profis", sagte er. In den vergangenen Monaten habe er den Zaunbau beobachtet.

Mensch und Maschine kommen an die Grenzen

Das Ganze sei aufgrund des anspruchsvollen Geländes eine "Plackerei für Mensch und Maschine". Aber es lohne sich, betonte er. Einerseits hätten die Landwirte so eine Verlässlichkeit, andererseits diene der Zaun auch dem Tierwohl. "Was drin ist, bleibt drinnen, alles andere draußen", erklärte Armbruster mit einem Augenzwinkern.

Heiko Niere sah den Zweck des Zauns aber auch noch in einem anderen Aspekt, nämlich der Landschaftspflege. Daher verwende die Firma ausschließlich natürliche Materialien mit hoher Haltbarkeit. Auf lange Sicht sollen sich die Pfosten auch optisch in die Landschaft einpassen und trotzdem ihren Zweck erfüllen. Dafür seien die Pfähle rund einen Meter tief gegründet worden. Rund 5000 Pfähle hätten sie in Oberwolfach in die Erde getrieben, rund 200 Kilometer Draht gezogen und rund 20 000 Isolatoren verbaut worden.

Unter anderem wurden in der Gemeinde Wolfszäune gebaut, berichtet Ostermann. Nach dem bestätigten Wolfsriss in Bad Wildbad ist Oberwolfach Teil der "Förderkulisse Wolfsprävention", innerhalb derer Fördermittel für den Bau von wolfssicheren Zäunen zur Verfügung gestellt werden.

Die Gesamtkosten des Projekts in Oberwolfach liegen bei rund 145 000 Euro. 50 Prozent kommen als Zuschuss vom Land Baden-Württemberg, 25 Prozent von der Gemeinde Oberwolfach und 25 Prozent vom jeweiligen Grundstücksbesitzer selbst. Damit kann auf diesen Teilflächen die Offenhaltung der Landschaft gesichert werden. Im vergangenen September hatte sich der Gemeinderat einstimmig dafür ausgesprochen, sich fünf Jahre nach der ersten Runde 2013/14 erneut an dem Weidezaunförderprogramm des LEV zu beteiligen.

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