Die Tage des Engelschulhauses sind gezählt: Bereits am Donnerstag sollen die Abrissbagger anrollen und Platz machen für den Erweiterungsbau des Brenzheims. Archivfoto: Beule Foto: Schwarzwälder Bote

Brenzheim: Abrissarbeiten sollen in dieser Woche starten / Tiefbauarbeiten beginnen nach Sommerferien

Das Ende ist besiegelt: Noch in dieser Woche sollen am Engelschulhaus die Abrissarbeiten beginnen. das denkmalgeschützte Gebäude macht Platz für die Erweiterung des benachbarten Johannes-Brenz-Heims.

Wolfach. "Endlich kann es losgehen", verkündete Brenzheim-Geschäftsführer Markus Harter am Montag im Gespräch mit dem Schwabo. Schon ab Donnerstag sollen die Bagger anrollen und mit dem Abriss des Gebäudes beginnen.

"Wir rechnen damit, dass die Abrissarbeiten bis Ende Juni abgeschlossen sind", so Harter. In dieser Zeit wird die Vorstadtstraße halbseitig mittels einer Ampel gesperrt – und zwar schon ab Dienstag. Der Zugang zum Heim ist in dieser Zeit nicht von vorne möglich, sondern nur über die Friedrichstraße.

Bekanntlich soll das Engelschulhaus Platz machen für die nötige Erweiterung des Johannes-Brenz-Heims (wir berichteten mehrfach). Die Erweiterung des Heims "nach oben" sei aus statischen Gründen nicht möglich, der Erwerb der Grünflächen zur Friedrichstraße hin sei an der Ablehnung des Eigentümers gescheitert. Darum sei das Pflegeheim mit der Stadt in Gespräche getreten und habe das Interesse am Engelschulhaus bekundet – und ist sich einig geworden.

Gebäude als virtuelles Modell erhalten

Die Genehmigung zum Abriss kam – allerdings mit Auflagen: Das Gebäude darf nur zugunsten eines Pflegeheim-Neubaus abgerissen werden und muss als virtuelles Modell erhalten bleiben. Nachdem diese Bestandsaufnahme abgeschlossen ist, sei ein Baubeginn im Sommer 2020 realistisch, hieß es bei der symbolischen Schlüsselübergabe durch die Stadt Wolfach im November 2019. Nach etwa 18 Monaten Bauzeit sei die Fertigstellung Ende 2021, Anfang 2022 denkbar, stellte damals der Planer in Aussicht.

Dann wurde es wieder ruhig um das Engelschulhaus. Die Dokumentation des Gebäudes war abgeschlossen, der Beginn der Arbeiten hing an einigen Unterschriften: Die Anwohner der Luisenstraße mussten ihr Einverständnis zur Übernahme der Baulast, die für den Neubau nötig ist, erklären. "Diese grundstücksrechtlichen Klärungen verzögern die Geschichte etwas", so Harter im vergangenen Oktober.

Sichtbare Arbeiten brauchen noch Zeit

Umso erleichterter sei er, dass sich nun endlich was tue. Auch die direkte Nachbarschaft sei bereits über den Beginn der Abrissarbeiten informiert. Die Tiefbauarbeiten für den Erweiterungsbau sollen nach den Sommerferien beginnen, so Harter weiter. Der Beginn der Abrissarbeiten habe sich zwar etwas verzögert, aber "nicht in einer Weise, die uns aus der Ruhe bringt", erklärte er. Unter anderem sei die endgültige Abrissgenehmigung erst Anfang April eingetrudelt.

Seitdem sei man unter anderem auch mit der Feuerwehr, Rettungsdienst und Ärzten im Gespräch. "Damit auch die wissen, dass man während der Zeit nicht von vorne reinfahren kann", sagte der Geschäftsführer. Auch das E-Werk müsse noch mit ins Boot geholt werden.

Bis wirklich etwas zu sehen sei, dauere es aber noch etwas, so Harter. Derzeit sei lediglich hinter dem Engelschulhaus ein kleinerer Schutthaufen zu erahnen, der von der Entkernung des Gebäudes herrührt. "Aber jetzt geht es endlich an die großen Geschichten."

Mit einem Neubau an Stelle des denkmalgeschützten Gebäudes sollen die Anforderungen der Landesheimbauverordnung gemeistert werden. Das Brenzheim bietet aktuell 66 Plätze – davon 44 in Doppel- und 22 in Einzelzimmern. Zudem müssen Heime künftig im Wohngruppenkonzept arbeiten und jedem Bewohner stehen fünf Quadratmeter Aufenthaltsfläche außerhalb des Zimmers zu. Durch ein "Andocken" des Engelschulhauses an das Brenz-Heim waren die Vorgaben der Verordnung kaum zu erfüllen. Im Neubau sollen im ersten und zweiten Stockwerk jeweils zehn Zimmer, im dritten Stock unter dem Flachdach zwei Wohnungen entstehen.

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