Beim gemeinsamen Singen in Oberreichenbach-Oberkollbach kamen dann doch einige Sänger zusammen. Foto: Tröger

Vereine: In Oberreichenbach kooperieren Liederkranz und Kirchenchor, um neue Sänger anzusprechen

Musik- und Gesangvereine haben es in der Corona-Zeit alles andere als leicht. Die Auflagen vereiteln nach wie vor einen geordneten Probenbetrieb. Deshalb haben sich nun zwei Vereine aus Oberkollbach etwas Besonderes einfallen lassen.

Oberreichenbach-Oberkollbach. "Komm, sing mit" hatten der Liederkranz in Oberkollbach und der dortige Kirchenchor gemeinsam aufgerufen. Die Verantwortlichen der beiden Chöre haben sich im Vorfeld getroffen und gemeinsam überlegt, wie sie trotz der teilweise im Moment nicht wie gewohnt möglichen Proben und eingeschränkter Auftrittsmöglichkeiten der Öffentlichkeit zeigen können, dass sie noch da sind.

Und dass gemeinsames Singen viel Freude macht. Und darüber hinaus vielleicht den einen oder die andere animieren können, sich den Chören anzuschließen, so der Gedanke der Initiatoren. Nach und nach füllten sich die auf dem Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus aufgestellten Stühle mit Mitsingern, die der Chorleiter des Liederkranzes Martin Schöttle über den Nachmittag am elektrischen Klavier begleitete.

Vor allem der Kirchenchor, wie der Liederkranz mit etwa 20 Mitgliedern derzeit kein großer Chor, kann weder unter Corona-Bedingungen in seinem kleinen Probenraum mit Abstand proben noch in der Kirche auftreten, wie die Vorsitzende Marlene Cornelissen berichtet.

"Wollten wir das machen, wäre unsere kleine Kirche schon mit dem Kirchenchor bei den geforderten Abständen besetzt, die Gemeinde hätte gar keinen Platz mehr".

Man sei dran, zu klären, ob an einem bestimmten Wochentag, solange noch die Abstands- und Hygieneregeln gelten, Proben im Dorfgemeinschaftshaus möglich sind. Das würde auch Agnes Haffner, die Chorleiterin des Kirchenchores sehr begrüßen, denn eine zu lange probenlose Zeit mache etwas mit den Stimmen ihrer Sängerschar, speziell bei den älteren Mitgliedern. Haffner absolviert zurzeit den Kirchenchorleiterlehrgang "C- Prüfung" beim Calwer Bezirkskantor Martin W. Hagner, der es sich nicht nehmen ließ, die singfreudige Gesellschaft persönlich zu unterstützen und zu bereichern.

Der Liederkranz probt sowieso und aktuell schon wieder im Dorfgemeinschaftshaus, "denn wir wollen am dritten Advent, 12. Dezember um 16 Uhr hier ein Konzert geben", blickte Dirigent Schöttle schon mal in die Vorweihnachtszeit und hofft, dass ihm Corona keinen Strich durch die Rechnung macht.

Sowohl weltliche als auch christliche Musik

Gesungen wurde aus einem Liederbuch, das sowohl weltliche wie auch christliche Stücke enthält.

Der Himmel und der Wettergott fanden die Idee wohl auch sehr gut, denn nach den teils heftigen Schauern tags zuvor war einem allein schon wegen des herrlichen Spätsommerwetters zum Singen zu Mute. Gleich beim ersten Lied "Geh‘ aus, mein Herz und suche Freud" wurde das deutlich. Und so ging es weiter mit "Viva la Musica", "Schön ist die Welt" oder auch lustig mit "Heissa, Kathreinerle". Und schließlich wurden noch Lied-Wünsche aus der sangesfreudigen Runde erfüllt.

Es hat richtig gutgetan, unter freiem Himmel gemeinsam zu singen und Freude zu haben, war unisono die Meinung der Teilnehmer wie der Organisatoren. Da die Vorbereitungen überschaubar waren, könnte das auch eine Idee für andere Chöre sein. Ein Ehepaar aus einer Nachbargemeinde, die teilgenommen haben, will das in seinem dortigen Chor anregen.