Im Baugebiet "Nördlich der Waldstraße" in Würzbach ist auch Platz für Mehrfamilienhäuser.Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Gemeinde setzt verstärkt auf Innenentwicklung / Hohe Nachfrage nach Miet- und Eigentumswohnungen

Wenn das mal kein ­erfreulicher Anblick ist: Überall auf einer Karte von Oberreichenbach sind Markierungen zu sehen. Sie kennzeichnen von 2014 bis 2019 entstandenen Wohnraum im sogenannten Innenbereich. Seit mehr als zehn Jahren setzt die Gemeinde verstärkt auf Innenentwicklung. In der Zwischenzeit ist das Konzept offensichtlich aufgegangen.

Oberreichenbach. "Innerhalb von fünf Jahren wurden 66 Vorhaben genehmigt, mit insgesamt 84 Wohnungen", fasst Bürgermeister Karlheinz Kistner den Stand von 2019 zusammen. "Das sind Neubauvorhaben sowie Umbauten/Anbauten, die genehmigungspflichtig sind." 2020 habe sich auch nochmal einiges getan, was jedoch nicht in der Karte verzeichnet sei. Der positive Trend bei der Innenentwicklung hält also an.

Nachfrage verteilt sich gleichmäßig

Einen großen Beitrag zur Schaffung von neuem Wohnraum leisten zusätzlich die in vergangener Zeit ausgewiesenen Baugebiete. Hier schafft die Gemeinde die Voraussetzungen für eine zügige Bebauung, da nur Baugebiete ausgewiesen werden, bei denen alle Flächen in Gemeindehand sind. So kann eine Bauverpflichtung verankert werden, die Baulücken verhindert. Drei Baugebiete konnten in den vergangenen drei Jahren entwickelt werden: "Nördlich der Waldstraße" in Würzbach sowie die beiden Bauabschnitte "Im Oberen Dorf" in Oberreichenbach. Von 2018 bis 2020 hat die Gemeinde mehr als 80 Bauplätze verkauft, für die eine Bauverpflichtung nach spätestens fünf Jahren gilt. "Neben diesen gemeindeeigenen Bauplätzen wurden auch von privat etliche Bauplätze verkauft", so Kistner.

Und wenn die jüngsten Sitzungen des Technischen Ausschusses eines gezeigt haben, dann, dass in Oberreichenbach noch immer begeistert gebaut wird.

Allein auf den vergangenen beiden Tagesordnungen standen zusammen sieben Bauanträge, die sich auf die Schaffung von neuem Wohnraum beziehen. Oberreichenbach scheint also definitiv ein beliebter Wohnort zu sein. Die Nachfrage verteilt sich auch ziemlich gleichmäßig auf alle Teilorte, wie die Übersichtskarte zeigt.

"Tatsächlich ist der erste Bauabschnitt in Oberreichenbach fast vollständig bebaut, beim zweiten Bauabschnitt stehen drei Gebäude und bei rund fünf weiteren wurde mit den Arbeiten begonnen, sodass vermutlich innerhalb von zwei Jahren 90 Prozent bebaut sind", erklärt der Rathauschef. Beim Baugebiet in Würzbach mit 35 Bauplätzen gibt es seit wenigen Tagen eine Baufreigabe. Anfang Juni wird der erste Baukran aufgestellt. "Bei rund der Hälfte der Bauplätze wurden bereits die Bauantragsunterlagen eingereicht." Bürgermeister Kistners Fazit: "Insgesamt eine sehr erfreuliche ­Entwicklung."

Die Nachfrage nach Miet- und Eigentumswohnungen ist groß. Deswegen werden – so hat es der Gemeinderat beschlossen – in allen Neubaugebieten Bauplätze für Mehrfamilienhäuser angeboten, beziehungsweise reserviert. In den neuen Baugebieten in Oberreichenbach sowie in Würzbach sollen die ersten gemeindeeigenen Grundstücke nun an Bauträger verkauft werden.

Dabei wird ein Fokus auf die Ökologie gelegt. Die Bauträger müssen entsprechend hohe Standards umsetzen. Die Tragkonstruktion der Gebäude muss in einer Holz-/Holzhybrid-Bauweise ausgeführt werden und die Gebäude müssen den KFW-40-Plus-Standard erfüllen. "Diese Vorgaben passen zu den Zielen der Gemeinde Oberreichenbach von Regionalität und einem hohen Klimaschutz", erklärt Karlheinz Kistner. Zudem müssen Gebäude mit mindestens vier Wohnungen errichtet werden. Bauträger können sich bis zum 20. Juni bei der Gemeinde bewerben.

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