Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Oberreichenbach Vom Unterschied von Wohnen und Leben

Von
Karlheinz Kistner (Dritter von links) mit Gründungsmitgliedern und Beteiligten des Projekts "Lebensqualität durch Nähe". Fotos: Elsäßer Foto: Schwarzwälder Bote

Oberreichenbach weit über den Horizont hinaus bekannt machen – wenn das das Ziel gewesen wäre, es wäre nicht so einfach zu erreichen gewesen. Nun ist es ganz nebenbei dennoch gelungen. Denn der Verein Lebensqualität durch Nähe (LQN) ist zu einem Modell bürgerschaftlichen Engagements geworden, das bundesweit seinesgleichen sucht.

Oberreichenbach-Oberkollbach. In zehn Jahren haben die anfänglich fünf Arbeitskreise enorm viel auf die Beine gestellt. Bürgermeister Karlheinz Kistner begrüßte in seiner Ansprache besonders Ingrid Engelhard von "SPES Zukunftsmodelle" aus Freiburg, Frank Metzler, der das Projekt von Anfang an aktiv begleitet hat, und Johannes Brandl aus Österreich, der beratend mitwirkt. Ferner hieß er auch Alexander Hölsch willkommen. Er entwickelt derzeit mit den Bürgern und Dienstleistern den Marktplatz Oberreichenbach.

"Das Projekt LQN entwickelt sich dynamisch weiter und trägt immer neue Früchte", so Kistner. Er selbst gehört zu den Initiatoren des Projekts, daher konnte er zurecht stolz sein. "Oberreichenbach hat sich durch ›Lebensqualität durch Nähe‹ sehr positiv weiterentwickelt und wir haben einen neuen Zusammenhalt erleben dürfen. Das ist der Verdienst unserer Bürger. Ich bin sehr dankbar, Teil dieser Gemeinde sein zu können."

Lange Liste der Errungenschaften

Die Errungenschaften des Vereins füllen eine lange Liste. Sie beginnt mit Projekten wie der erfolgreichen Etablierung des Elektro-Bürgerautos im Jahr 2012. Das meist von ehrenamtlichen Fahrern bediente Ruftaxi ist das landesweit erste elektrisch betriebene Gemeinschaftsfahrzeug und hat 2013 den Innovationspreis ÖPNV für nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum bekommen. Es wird von der ENCW, dem Autohaus Lohre und der Stadtverwaltung gesponsert.

Auch das Dorfgemeinschaftshaus Oberkollbach, in dem die Festveranstaltung stattfand, wurde durch das Engagement ermöglicht. Es gibt einen gut funktionierenden Dorfladen, einen Mittagstisch und viele andere Projekte.

Engelhardt, die das Kernteam seit vielen Jahren beratend unterstützt, sagte: "Niemand außer den Bürgerinnen und Bürgern selbst hätte das so hinbekommen." Es gehe bei dem Projekt einfach darum, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen: "Eine Vision ohne Umsetzung bleibt ein Traum. Eine Umsetzung ohne Vision ist eine Tragödie. Eine Vision aber, die umgesetzt wird, ist die Hoffnung der Welt" zitierte sie. Engagement habe stets eine Sach-, eine Beziehungs-, und eine Sinnebene. Für den Erfolg in Oberreichenbach ganz entscheidend sei die Unterstützung durch den Gemeinderat gewesen. Sie beschenkte den Verein im Namen von SPES mit einem Apfelbäumchen.

Visionen für die nahe Zukunft

Eine flammende Rede hielt auch Metzler. Er entführte die rund 280 Anwesenden ins Jahr 2029 und entwarf eine neue Vision. Denn Zurückschauen, Innehalten – das sei schon gut. Aber nach vorne Blicken sei mindestens genauso wichtig: "Im Jahr 2029 ist Oberreichenbach die erste klimaneutrale Gemeinde. Elektrisch betriebene Busse verkehren im 15-Minuten-Takt zur Hermann-Hesse-Bahn nach Calw."

Johannes Brandl stellte dem Publikum kurz das "KoDa-Projekt" vor. Das Forschungsprojekt "KoDa" (Kommunale Daseinvorsorge) setze sich zum Ziel, die Lebensbedingungen für junge und alte Menschen in den Kommunen zu verbessern.

Die Veranstaltung wurde künstlerisch ausgestaltet durch den Liederkranz Oberkollbach und Tänzen von ADM Altburg. Zum Abschluss gab es bei einem Imbiss, der vom Liederkranz vorbereitet worden war, Raum für Gespräche. Denn diese seien für die weitere Arbeit von enormer Bedeutung.

Ricarda Becker vom Projektpartner "deer e-Carsharing" war mit einem Infostand vor Ort. In Oberreichenbach und Würzbach haben die weißen Fahrzeuge bereits Standorte.

Fotostrecke
Artikel bewerten
1
loading

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.