Benjamin Wick (links) freut sich gemeinsam mit Bürgermeister Karlheinz Kistner auf seine neue Aufgabe als Kämmerer in der Gemeinde Oberreichenbach. Foto: Buck Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Benjamin Wick wird neuer Kämmerer in Oberreichenbach / Zuvor in Deckenpfronn aktiv

Die Gemeinde Oberreichenbach hat sein kurz anhaltendes Vakuum auf der Kämmererposition schnell wieder gefüllt. Mit Benjamin Wick kommt ein Verwaltungsfachmann in die Kämmerei. Einzig: Der Quereinsteiger ist aktuell noch in der Kämmerer-Ausbildung.

Oberreichenbach. Benjamin Wick kennt Obereichenbach – der 36-Jährige wohnt nämlich mit Frau und Kind im Ortsteil Oberkollbach.

Jetzt wird er künftig einen deutlich kürzeren Arbeitsweg haben. Bisher war Wick in Deckenpfronn aktiv, leitete dort das Ordnungsamt. "Es war Zeit, etwas Neues zu erlernen", begründet er den Rathauswechsel. 14 Jahre lang war Wick in Deckenpfronn, jetzt reißt er eine Lücke im dortigen Verwaltungsapparat – zumal jetzt auch noch die dortige Hauptamtsleiterin in Mutterschutz geht. Trotz der widrigen Umstände lässt man Wick schon jetzt ziehen. Wichtig war das auch für Oberreichenbachs Bürgermeister Karlheinz Kistner: "Wenn das erst im Herbst geklappt hätte, wäre es schwierig geworden", meint er.

Der Vorteil von Wick gegenüber anderen Bewerbern sei die reichhaltige Verwaltungserfahrung einerseits und die Ortskenntnis andererseits, betont Kistner. Ganz unbefleckt was Zahlen angeht ist Wick dann aber auch als Quereinsteiger nicht: Als Leiter der Volkshochschule hatte er einst mit Zahlen, Rechnungsabschlüssen und diversen anderen zahlenlastigen Verwaltungstätigkeiten zu tun. Er habe sogar schon mit der kammeralistischen und doppischen Haushaltsführung zu tun gehabt.

Respekt vor der neuen Aufgabe ist durchaus da

Dennoch habe er Respekt vor der neuen Aufgabe, aber auch Lust, sich einzuarbeiten. Das erste Seminar hat der neue Oberreichenbacher Kämmerer schon absolviert. Es kommen noch ein paar weitere, am Ende der Schulungsphase im Juli gar eine Prüfung.

"Das muss man auch wollen, davor muss man schon den Hut ziehen", ist Kistner sichtlich stolz auf die Tatkraft und den Lernwillen seines neuen Zahlenjongleurs. Gerade am Anfang sei das viel Aufwand, weiß Kistner.

Doch Vorgänger Daniel Merkle, der wie berichtet nach Egenhausen abgewandert ist, habe die Kämmerei bestens vorbereitet hinterlassen. Das Feld sei bestellt, sagt Kistner – und an Wick gewandt: "Man muss nur noch gießen und für Sonne sorgen." Das versucht Wick sicherlich nach Kräften, der sich dann ab August frisch ans Werk macht – dann sogar bald im neuen Rathaus.

Auch das ist für Wick nicht unbekannt, absolvierte er doch seine Ausbildung zwischen 2004 und 2007 im Oberreichenbacher Rathaus, damals war beispielsweise Christa Genth schon da, man kennt sich also in Teilen bereits. Es ist, so sagen es Kistner und Wick unisono, übrigens in Teilen dem Schwarzwälder Boten zu verdanken, dass die Kämmererstelle im Rathaus jetzt wieder besetzt ist. Denn bei der ersten Ausschreibung der Stelle über den Staatsanzeiger habe es Wick zwar gesehen, aber dann nicht mehr wirklich verfolgen können. "Zu der Zeit hatte ich mit einem Corona-Ausbruch im Tennental zu tun", erinnert er sich. Erst durch den Bericht des Schwarzwälder Boten sei er wieder auf das Thema gekommen und habe kurzerhand zum Telefon gegriffen. Und Kistner habe ihn noch in die Reihe der Bewerber aufgenommen, blickt er zurück.

Gemeinderat stimmt einstimmig zu

Am Ende fand man zusammen. Und auch der Gemeinderat stimmte der Personalie einstimmig zu, wie Kistner erklärte. Gemeinsam mit Wick wird man in den nächsten Jahren zunächst die Auswirkungen der Corona-Krise zu bewältigen haben. "Bei der Verwaltungstätigkeit eine schwarze Null zu erreichen, klappt wohl nicht", mutmaßt Kistner. Doch wegen des im Vergleich zu anderen Kommunen doch eher geringen Gewerbesteueranteils am Gesamthaushalt, treffe es die Gemeinde nicht so schwer wie andere. Bis 2024 will man keine neuen Schulden machen.

Doch das sind nur die langfristigen Ziele. Kurzfristig hat man einen ehrgeizigen Plan: Im Dezember 2021 will man den Haushalt für das Jahr 2022 fertig haben und im Gemeinderat verabschieden können. Wick und Kistner sind überzeugt davon, diese durchaus sportliche Aufgabe zu stemmen.

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