Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Oberreichenbach Nördlich der Waldstraße wird gebaut

Von
Die Befürworter des Baugebiets hatten mit ihrer Informationspolitik Erfolg und haben sich am Ende durchgesetzt. Foto: Oehler Foto: Schwarzwälder Bote

Oberreichenbach hat entschieden: Das Baugebiet "Nördlich der Waldstraße" in Würzbach soll wie geplant gebaut werden. Im Bürgerentscheid am Sonntag haben sich fast zwei Drittel der Abstimmenden dafür ausgesprochen.

Oberreichenbach. Am Ende war es eine deutliche Angelegenheit: 613 Oberreichenbacher beantworteten die Frage des Bürgerentscheids: "Sind Sie dafür, dass der Aufstellungsbeschluss des Gemeinderates vom 20. Juli 2018, gemäß § 2 Absatz 1 Baugesetzbuch, einen Bebauungsplan für das Gebiet nördlich der Waldstraße Gemarkung Würzbach aufzustellen, aufgehoben wird?" mit "Ja" und stimmten so gegen das Baugebiet.

Die Mehrheit, genau 979 Oberreichenbacher, jedoch stimmten mit "Nein" und damit für den Bau des Baugebiets. Insgesamt gaben beim Bürgerentscheid 1617 Oberreichenbacher ihre Stimme ab, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 68,1 Prozent.

Befürworter zufrieden

André Schroth, einer der Befürworter des Baugebiets, meinte zum deutlichen Ergebnis: "Wir sind sehr froh. Nachdem wir alle Bürger über die Fakten informiert hatten, haben wir gehofft, dass es so ausgeht. Danke an unsere vielen Helfer und Unterstützer." Er gab der Verwaltung und dem Gemeinderat aber auch noch eine Aufgabe mit auf den Weg: "Nachdem das Baugebiet nun kommt, ist es wichtig, dass die Gemeinde die Bauplätze auch sinnvoll verkauft". Seiner Meinung nach solle ein Punktesystem angewandt werden, damit "die Einheimischen auch zum Zug kommen".

Sigrun Frey, Mit-Initiatoren des Bürgerbegehrens von der "Interessengemeinschaft zum Erhalt des Landschaftsschutzgebietes nördlich der Waldstraße", war verständlicherweise enttäuscht. "Die Allgemeinheit hat entschieden, die Gegenseite hat klar gewonnen. Nun soll es so sein", meinte sie.

Bürgermeister Karlheinz Kistner hob besonders den fairen Umgang der beiden Seiten miteinander hervor. "Ich fand es gut, wie sich die beiden Gruppen und ihre Standpunkte gegenseitig akzeptiert haben." Auch das Ergebnis stellte ihn zufrieden: "Ich wollte ein deutliches Ergebnis, kein Wischi-Waschi. Das haben wir bekommen. Ich denke, die Entscheidung ist wichtig für die Entwicklung Oberreichenbachs." Auch die Entscheidung, den Bürgerentscheid zeitgleich mit der Kommunalwahl abzuhalten, sieht der Bürgermeister als die richtige an. "Wenn schon in der direkten Demokratie über eine Entscheidung des Gemeinderats entschieden wird, dann sollen auch möglichst viele ihre Stimme abgeben. Das haben wir erreicht."

Diskussionen seit 2017

Bereits seit Herbst 2017 wurde in Oberreichenbach über das geplante Baugebiet in Würzbach diskutiert. Einige Bürger hatten sich noch in der Planungsphase des Baugebiets zusammengeschlossen und schnell mehr als 250 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen das Baugebiet gesammelt. Ihnen ging es hauptsächlich darum, den Wald als Teil des Landschaftsschutzgebiets zu erhalten. Sie waren der Meinung, dass es genug andere Möglichkeiten in Würzbach gebe, wo Bauplätze geschaffen werden könnten.

In einem ersten Anlauf wurde das Bürgerbegehren im Dezember 2017 jedoch abgelehnt, weil formale Voraussetzungen nicht erfüllt waren.

In der Folge meldete sich auch eine Gruppe junger Würzbacher zu Wort, die sich eindeutig für das Baugebiet aussprachen, denn sie befürchteten, dass der Ort ohne neue Bauplätze aussterbe, da junge Familien den Ort verlassen würden, wenn sie keinen Bauplatz bekämen. Bürgermeister Karlheinz Kistner trat als Vermittler zwischen den Gruppierungen auf und vereinbarte, die Bürgerschaft mit sämtlichen Informationen zu versorgen.

Auch der Gemeinderat positionierte sich im Juli 2018 für das Gebiet "Nördlich der Waldstraße" und verabschiedete den Bebauungsplan, der Widerstand der Interessensgemeinschaft war aber noch nicht erlöschen.

Im Dezember 2018 wurde in der zweiten Version die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens festgestellt und das Abstimmungsdatum auf den gestrigen Wahlsonntag festgelegt. Bei einer Informationsveranstaltung konnten sich die Oberreichenbacher noch im April 2019 dann über den Bürgerentscheid informieren.

Artikel bewerten
7
loading

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.