Perfekt: Die Frauen des SV Oberreichenbach haben ihren Fahrplan „Der Weg zum Double“ abgehakt. Foto: Kraushaar

Der SV Oberreichenbach feiert mit dem Pokalsieg und der Meisterschaft in der Regionenliga 4 das Double. Dabei wurde Trainer Holger Simon anfangs belächelt.

Landesliga, wir kommen – wir gratulieren – eure Fans vom SV Oberreichenbach!“ Das Plakat neben dem Tor auf den Rasenplatz in Neubulach war nicht zu übersehen. Mit 5:2 hatte der neue Meister sein letztes Punktspiel beim Schlusslicht SG Neubulach/Schönbronn gewonnen und sich mit 21 Siegen bei zwei Unentschieden und einer Niederlage mit 65 Punkten die Meisterschaft gesichert. Nach dem Sieg im Bezirkspokal das perfekte Double. Für Trainer Holger Simon aber ein „Erfolg der Mannschaft“.

Eine einzige Niederlage

„Es wäre unfair einzelne hervorzuheben wir haben 20 Spielerinnen zum Einsatz gebracht, und alle haben ihren Teil zum großen Ziel beigetragen“, so der Calmbacher. Dass dies mit einem Vorsprung von 16 Punkten auf die SG Aichhalden/Waldmössingen erreicht wurde, war nach den Abgängen von Svenja Großmann und Almina Saric nicht unbedingt zu erwarten. „Die einzige Niederlage stammt vom ersten Spieltag beim TSV Frommern II, aber da waren einige Spielerinnen bei der Hochzeit unserer Patrizia Wacker (ehemals Rittmann)“, blickt Holger Simon zurück.

Als er als neuer Trainer zum SV Oberreichenbach gekommen war und erklärt hatte, dass er mit dem Team gerne aufsteigen möchte, wurde er anfänflich belächelt. „In der Tat hat uns im ersten Jahr Corona vor dem Abstieg gerettet, im Jahr darauf standen wir aber schon in der Relegation“, erlebte Simon, wie sich seine Arbeit entwickelt hatte.

Eine echte Erfolgsstory

Für ihn und das Team ist das Double am Ende der Runde 2022/23 zwar eine echte Erfolgsstory aber: „Ich mache hier weiter, weil ich überzeugt bin, dass die Mannschaft in ihrer Entwicklung noch nicht am Ende angekommen ist“, zeigt Holger Simon auch vor der Herausforderung Landesliga keine Ängste und verteilte ein ganz besonderes Kompliment: „Ich habe schon einige Mannschaften trainiert, aber so einen guten Charakter wie bei der habe ich noch nicht erlebt.“

Elina Akst sticht heraus – aber nicht nur

Auch die spielerische Entwicklung blieb der treuen SVO- Fangemeinde um den Ehrenvorsitzenden und Ex-Trainer Martin Cicka nicht verborgen. Natürlich hat die Grande Dame des SVO, Elina Akst, immer noch eine Ausnahmestellung inne, aber um sie herum hat sich eine erfreulichen Weiterentwicklung eingestellt.

Katharina Bott stabilisiert

Sara Hartmann in der zentralen Abwehrposition, Spielführerin Celine Steeb, eine Cora Schulze, die fast alle Positionen spielen kann, die laufstarke Jana Sophie Albrecht und nicht zuletzt Tabea Bott mit neu entdeckter Torgefahr. Dazu hat sich im Mittelfeld Rückkehrerin Katarina Bott (vom FV Löchgau) als stabilisierender Faktor erwiesen.

SVO-Offensive stark

Es spricht für die SVO-Offensive, dass mit Jana Sophie Albrecht (21), Elina Akst (20) und Tabea Bott (16) gleich drei Spielerinnen in der Top Ten der Torjägerliste zu finden sind und aus dem Mittelfeld mit Meike Schober, Cora Schulze (beide 6 Treffer) sowie und Katarina Bott (5 Tretter) Torgefahr ausgeht. Das alles zusammen blieb auch Staffelleiter Helmut Späth, der die Liga von der langjährigen Frauenbeauftragten Gabi Walter übernommen hatte, nicht verborgen. „Ihr habt eine grandiosen Saison gespielt und seid verdient aufgestiegen“, lobte der Alpirsbacher bei der Übergabe des Meisterwimpels an Spielführerin Celine Steeb.