Auch in Oberreichenbach läuft derzeit vieles online. So auch der zweite Workshop mit den Bürgern. Foto: © Fokussiert – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Stadtentwicklung: Zwei von vier Workshops in Oberreichenbach sind vorbei / Viele Ideen eingefallen

"Mein ländlicher Raum für Zukunft". So lautet der Titel des Pilotprojektes, an dem Oberreichenbach beteiligt ist. Inzwischen sind schon zwei der Workshops vorüber. Bürgermeister Karlheinz Kistner zieht eine positive Zwischenbilanz.

Oberreichenbach. In Oberreichenbach sind die Arbeiten im Hintergrund in vollem Gange. Schon zwei Workshops im Rahmen des Pilotprojekts "Mein ländlicher Raum für Zukunft" sind virtuell über die Bühne gegangen. Beim einen ging es um Wanderwege, beim anderen um das Alte Rathaus in Würzbach. Mit beiden Veranstaltungen ist Bürgermeister Karlheinz Kistner hochzufrieden. Was ihn besonders freut: "Es sind jedes Mal neue Teilnehmer dabei."

Frischer Wind in digitaler Besprechung

Das bringe frischen Wind in die digitalen Besprechungsrunden, so der Rathauschef. Schon jetzt bereite man den dritten Workshop zum Thema "Junges Wohnen" vor, erklärt Kistner. Schon die ersten beiden Arbeitstreffen ergaben konkrete Ergebnisse. Beim Wanderthema sei man sich einig gewesen, erzählt Kistner, dass man "keinen Massentourismus" wolle. Daher soll es auch keine neuen Wege geben, lediglich die alten besser verknüpft werden.

Ein Schwerpunkt soll dabei die Verknüpfung von historischen Stätten entlang der Wege sein. Doch da gibt es im Moment ein Problem mit dem Coronavirus: Die Geschichtsexperten sind erstens meist in einem Alter, mit dem sie aktuell zur Risikogruppe gehören und zweitens auch teils mit der digitalen Technik wie Videotelefonie auf Kriegsfuß stehen. Kistner hofft daher, dass man sich im April oder Mai wieder zusammensetzen kann – "zur Not auch draußen auf den Wegen". Ein Wanderweg-Projekt, das aber schon einen deutlich ausgegoreneren Zustand erreicht hat, ist der Lehrpfad für Kinder.

Dieser soll diverse Stationen enthalten, an denen die Sprösslinge dann alles über "Unseren Wald" lernen – von dort heimischen Tieren, über Pflanzen bis hin zu Erlebnissen für die Sinne mittels kleineren Experimenten oder ähnlichem. Als Zieldatum hat man sich hier Frühjahr/Sommer 2022 gesetzt – ein weiter Zeithorizont, den es aber auch braucht, wenn man die ganzen nötigen Schritte bis hin zum Kinder-Lehrpfad bedenkt: Angefangen bei der Finanzierung bis hin zu der Frage, wer etwaige Stationen beschildert und die nötigen Elemente dafür herstellt.

Die zweite Arbeitsgruppe befasste sich kürzlich mit dem auch schon bei der Auftaktveranstaltung heiß diskutierten Thema Würzbacher Rathaus. Hier will die Gemeinde das Gebäude nach wie vor verkaufen – Kistner verweist auf einen gültigen Gemeinderatsbeschluss aus dem Vorjahr, betont aber auch, dass man eher das Nutzungskonzept und weniger die Dollarzeichen im Auge hat.

Idee reicht von Repaircafé bis Hotel

"Wir sind da eigentlich zu dem Schluss gekommen, dass man nicht unbedingt noch einen zusätzlichen Begegnungsraum braucht in Oberreichenbach", fasst Kistner die Ergebnisse des zweiten Workshops bündig zusammen. Die Ideen gingen aber von Repaircafé bis hin zu einer Hotelnutzung. Wichtig war den Teilnehmern des virtuellen Arbeitstreffens aber der Erhalt des Dorfplatzes, der bekanntlich zwischen Kirche, Rathaus und Feuerwehr liegt. Hier will man sich ein Konzept für das ganze Gebiet "um den Würzbach" ausarbeiten, um den zentralen Platz als Begegnungsmöglichkeit für Jung und Alt auszubauen.

Wohnthema wird noch eigens behandelt

Wie es jetzt konkret mit dem Würzbacher Rathaus weitergeht, ist noch nicht final geklärt. Denn auch eine Teilnutzung für Wohnungen wurde diskutiert – und dieses Hauptthema kommt ja erst noch in einem der beiden verbleibenden Arbeitstreffen. Kistner kalkuliert jedenfalls schon mit immensen Kosten, sollte man das alte Gebäude mit Gemeindemitteln sanieren müssen: "Da muss man dann aber um die eine Million Euro investieren, die fehlen dann woanders", gibt Kistner zu Bedenken.

Dorfmittelpunkt wird angestrebt

Aber, das gehöre auch zur Wahrheit, hätte es bei der Sitzung auch Stimmen gegeben, die sich strikt für einen Verbleib des Gebäudes in Gemeindehand aussprachen. Das Ziel, über das sich alle einige waren, ist allerdings klar formuliert: Der Platz soll zum Dorfmittelpunkt aufgewertet werden. Wie das geschieht, darüber wird man in den kommenden Wochen und Monaten noch intensiv reden müssen.

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