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Oberreichenbach Elektro-Bürgerauto als Modell im Reallabor

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Monika Bachinger von der Hochschule Rottenburg, Barbara Koch von der Universität Freiburg, Ministerin Theresia Bauer (vorne, von links), Martin Keppler von der IHK Nordschwarzwald, Thomas Waldenspuhl vom Nationalpark Schwarzwald, Bürgermeister Karlheinz Kistner und Daniel Bleher vom Öko-Institut (hinten, von links) tauschten sich über nachhaltige Mobilität aus. Foto: Bösel Foto: Schwarzwälder-Bote

Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage kam die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer, nach Oberreichenbach. Im Rathaus sprach sie mit Vertretern von verschiedenen Einrichtungen über Projekte zur Nachhaltigkeit.

Oberreichenbach. "Was für ein schöner Anlass, an einem schönen Ort", leitet Ministerin Bauer ein. Sie sei immer sehr neugierig, was aus dem Nationalpark Schwarzwald wird: "Ich schaue mir gerne das Wachstum und die Entwicklung des Nationalparks an." Ein sogenanntes Reallabor begleitet die Entwicklung des Nationalparks. Dieses Reallabor, das übrigens das einzige der 14 bestehenden, im ländlichen Raum ist, soll untersuchen, wie sich der Nationalpark auf die ökologische, soziale und ökonomische Entwicklung des gesamten Nordschwarzwalds auswirkt und welche Chancen er für die Nachhaltigkeit bietet.

Forschung in Gesellschaft

Den Hintergrund für die Reallabore erklärt die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst folgendermaßen: "Zwischen dem vorhandenen Wissen und dessen Umsetzung ist eine große Lücke. Die soll gefüllt werden, indem Forschung mit der Gesellschaft betrieben wird, anstatt an ihr vorbei", denn Bürger und Wissenschaft seien sich zum Teil fremd geworden und die großen Aufgaben vor der die Menschheit stehe, löse man nicht in der Theorie. "Tatsächlich ist es so, dass die Probleme und Lösungen, an denen wir arbeiten, weit weg von den Bürgern sind", räumt Barbara Koch, Professorin von der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Universität Freiburg ein. Doch das wolle man mit den Reallaboren ändern. "Wir hören uns Fragen aus der Bevölkerung an und entwickeln daraus Forschungskonzepte – Mobilität ist dabei ein zentrales Thema im ländlichen Raum", erklärt die Professorin.

Abstimmung mit Bürgern

Mit den Bürgern und Verwaltungen soll abgestimmt werden und dabei nicht nur auf zentrale Dinge wie ÖPNV geschaut werden, sondern auch nach Alternativen gesucht werden, wie zum Beispiel das Bürgermobil in Oberreichenbach, erklärt Daniel Bleher vom Öko-Institut. Dies ist Teil des Reallabors und für den Bereich Mobilität zuständig ist.

Deshalb hat man sich auch entschieden einen "Wissensdialog vor Ort" im Rathaus von Oberreichenbach zu veranstalten. Dabei sollen auch andere dazu bewegt werden, solche Projekte umzusetzen, zum Beispiel aus den Gegenden Rastatt und Baden-Baden. Deshalb hat man Vertreter aus verschiedenen Bereichen und Kommunen eingeladen.

Bürgermeister Karlheinz Kistner verwies auf das Leitbild seiner Gemeinde: "Wir in Oberreichenbach gestalten nachhaltig Lebensqualität durch Nähe." Und das geschehe durch die Einbindung der Bürger in Entscheidungsprozesse der Gemeinde. "Der Weg ist risikobehaftet, aber in den letzten acht Jahren sind daraus eine Vielzahl von Projekten entstanden, so auch das erste Elektro-Bürgerauto Deutschlands", so Kistner.

 
 

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