Die Gemeinde Obernheim freut sich über den eisigen Winter des vergangenen Jahres, denn er hat es den Borkenkäfern schwer gemacht. Für 2022 rechnet Obernheim im Forstbetriebsplan mit einem positiven Ergebnis. Foto: Weiger

Die Lage rund um die Wälder entspannt sich: In ihrem Forstbetriebsplan für 2022 rechnet die Gemeinde Obernheim mit einem positiven Ergebnis von 84 000 Euro.

Obernheim - Freilich erinnerte sich das Ratsgremium gut an noch gar nicht so lang zurückliegende Zeiten, als es den Forstbetriebsplan für 2022 beriet. Im Jahr 2020 sahen sich die Kommunen mit den verschiedensten Unbillen für ihre Wälder konfrontiert: Trockenheit, Schneebruch, Stürme und Käferbefall. Die Holzerlöse am Markt, dachte Klaus Richert zurück, seien daraufhin gefallen – aufgrund allgegenwärtig hoher Einschlagszahlen in ganz Deutschland. In Obernheim wurde laut dem Leiter der Forstaußenstelle Albstadt in jenen Zeiten nur moderat eingeschlagen und damit nur das Nötigste geerntet. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei, darin waren sich Richert und der Obernheimer Revierleiter Klaus Dreher einig.

Preise am Holzmarkt steigen

Als eine Ursache für die Besserung der Lage nannte Richert den Winter 2021 mit Kälte und Schnee. Zudem habe es im Jahresverlauf stets genug Feuchtigkeit gegeben. Die Preise am Holzmarkt seien zwischenzeitlich nicht nur stabil, sondern richtiggehend gut. "Holz ist wieder ein gefragtes Produkt", betonte Richert. Wenngleich er sofort hinterherschob, die riesengroße Euphorie ebbe zwischenzeitlich wieder etwas ab.

Für das Forstjahr 2022 stimmte der Gemeinderat dem vorgeschlagenen Gesamteinschlag von 5000 Festmetern zu. In Sachen Nachhaltigkeit stelle dies keinerlei Problem dar, versicherte Klaus Richert. Nicht zuletzt seien die Hiebsätze in den Obernheimer Wäldern aufgrund schlechter Preise in den vergangenen Monaten nicht ausgeschöpft worden. Der Betriebsplan für die Jahre 2020 bis 2029 sieht im Durchschnitt 4150 Festmeter Einschlag vor. An Erträgen kalkuliert die Gemeinde Obernheim für das kommende Jahr mit 345 000 Euro; ihnen gegenüber stehen Aufwendungen von 261 000 Euro. Dies ergibt unter dem Strich das positive Ergebnis von 84 000 Euro. Der Gemeinderat stimmte dem gesamten Zahlenwerk zu und genehmigte ferner Investitionen in Höhe von 5000 Euro für den Ankauf von Waldgrundstücken.

"Wir arbeiten mit der Natur"

Klaus Richert und Klaus Dreher setzen in den Obernheimer Wäldern auf das Prinzip der Naturverjüngung: "Wir arbeiten mit der Natur", erklärte Richert. Dies bedeutet, dass man weniger mit Neupflanzungen kalkuliert als mit dem, was die Natur selbst an jungen Tannen, Fichten, Douglasien oder Laubbäumen bietet. "Das ist die beste Vorbereitung auf den Klimawandel", so Richert.