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Obernheim Zwei Mal kam es zum Sängerstreit

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Die Männer des Gesangvereins "Harmonie" Obernheim und Dirigentin Cordula Bieber freuen sich auf den Auftritt beim Jubiläum. Foto: Flad Foto: Schwarzwälder Bote

Ein stolzes Jubiläum – 125 Jahre – feiert der Männergesangverein "Harmonie" am Samstag, 13. Oktober, ab 18 Uhr in der Festhalle.

Obernheim. Die 125-Jahr-Feier des MGV "Harmonie" Obernheim beginnt am Samstag, 13. Oktober, um 18 Uhr mit einem Festakt im Bürgersaal. Beim Stehempfang sprechen Vorsitzender Jürgen Dreher, der frisch wiedergewählte Bürgermeister Josef Ungermann, Walter Heilig als stellvertretender Verbandspräsident des Chorverbandes Zollernalb und die Vorsitzenden der örtlichen Vereine zu den Gästen.

Weiter geht es um 20 Uhr mit einem Konzertabend unter dem Motto "Männer und Frauen", an dem der Gesangverein Eintracht Geislingen und der MGV Obernheim, beide unter der Leitung von Cordula Bieber, mitwirken. Am Klavier werden sie begleitet von Sigrun Pfeil. Sketche steuern Gabriele Gatzweiler und Christoph Holbein vom "Theater unter der Laterne" bei. Außerdem werden die Gäste bewirtet.

Im Herbst 1891 hatten sich sangesfrohe und musikliebende Männer zusammengefunden, um dem Chorgesang in Obernheim eine Heimat zu geben. 17 Gründungsmitglieder hatten den MGV "Harmonie" Obernheim ins Leben gerufen: die Sänger Josef Helble, Matthias Baisch, Josef Essigbeck, Andreas Gehring, Ignaz Gehring, Josef Gehring, Melchior Gehring, Anton Helble, Thomas Helble, Kaspar Henne, Christian Moser, Eduard Moser, Eneran Moser, Franz Moser, Fritz Sauter, Simon Sauter und Karl Wohlfahrt. Schon kurz darauf sei die Gründung mit einer Fahnenweihe bestätigt worden, schreibt Hans-Peter Wittmer in der Chronik "Obernheim – 900 Jahre Heimat zwischen Bühlen", die 2010 erschienen ist. Allerdings hat Wittmer auch herausgefunden, dass der erste schriftlichen Nachweis über das Bestehen eines Gesangsvereins auf das Jahr 1862 datiert ist: Dem "höchstwürdigsten Herrn Bischof von Rottenburg, Dr. Lipp", habe der Gesangverein ein Ständchen gebracht, bevor dieser – erstmals seit 100 Jahren in Obernheim – junge Katholiken gefirmt habe.

Wer "fremd" ging, musste Strafe zahlen

Bemerkenswert: In seine Statuten hatte der MGV "Harmonie" aufgenommen, dass jeder, der dem Kirchenchor beitrete, 20 Mark Strafe zu zahlen habe, was zu "starken Unstimmigkeiten in der Gemeinde", geführt habe, wie Wittmer schreibt. Doch die Obernheimer hätten sich wieder ausgesöhnt. Allerdings folgte schon 1913 der nächste Konflikt, hatte der katholische Arbeiterverein doch 1912 eine Sängerabteilung gegründet, zu der einige MGV-Sänger wechselten: "Der Schwund war beträchtlich", heißt es in der Chronik. Nur durch eine außerordentliche Mitgliederversammlung sei eine Auflösung des Vereins und die Integration in den Kirchenchor verhindert worden.

Mit 30 Sängern startete nach dem Ersten Weltkrieg, der die Vereinsarbeit zum Erliegen gebracht hatte, der Neuaufbau, und schon bald errangen die Obernheimer Sänger Preise wie den ersten Preis beim Gausängerfest 1927 in Spaichingen und den zweiten Preis im "höheren Volksgesang" 1930. Eine weitere Fahne wurde 1928 geweiht, und noch vor dem Zweiten Weltkrieg erlebten die Sänger ihren entferntesten Auftritt: in Breslau.

Bald nach dem Krieg durfte sich der Verein neu gründen und steuerte einem Höhepunkt der Vereinsgeschichte zu: dem Sängertreffen 1952 im Ort. Das damals sehr hohe Leistungsniveau habe unter häufigen Chorleiterwechseln freilich sehr gelitten, schreibt Wittmer, bis der MGV mit der Wahl des 21-jährigen Helmut Mauthe 1975 einen Glücksgriff getan habe. Was folgte waren Rundfunkaufnahmen, das erste Kirchenkonzert mit dem Musikverein "Lyra" Obernheim 1987 und das Jubiläumskonzert 1993 – das dreitägige Fest war für viele unvergesslich.

Seit 2010 nun leitet Cordula Bieber aus Oberdigisheim die "Harmonie", nachdem Helmut Mauthe nach 35 Jahren den Taktstock abgegeben hatte. Jürgen Dreher hat 2008 den Vorsitz übernommen und hofft auf viele Gäste am Jubiläumsabend – diesmal ganz ohne Sängerstreit.

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