2020 hat der Gemeinderat überplanmäßige Ausgaben für die Straße "Am Bühl" bewilligt. Grund: marode Randsteine. Foto: Weiger Foto: Schwarzwälder Bote

Bilanz: Josef Ungermann blickt auf die Obernheimer Finanzen

Obernheim. "Mit 2020 geht ein Jahr zu Ende, wie wir es noch nie erlebt haben" – Josef Ungermann, erkältet im Homeoffice, ließ keinen Zweifel daran, dass die Coronavirus-Pandemie die Finanzplanungen der Kommunen ordentlich durcheinandergewirbelt hat. Obernheim, betonte der Bürgermeister in der Online-Sitzung des Gemeinderats, mache dabei keine Ausnahme.

Ein Beispiel: die Entwicklung der Gewerbesteuern 2020. Bei der Planung waren die Obernheimer von 300 000 Euro ausgegangen, bis Februar wuchs dieser Posten – erfreulicherweise – auf 450 000 Euro an. "Doch sehr schnell ist diese Zahl zusammengeschrumpft", berichtete der Rathauschef; zum Jahreswechsel sei der Betrag wieder bei knapp 300 000 Euro angekommen. Mit den Absagen aller Veranstaltungen seien die Einnahmen für die Festhalle weggebrochen. "Auch die Einkommensteueranteile für die Gemeinden gingen erheblich zurück."

Ungermanns Dank galt Bund und Land: "Mit einem gigantischen Rettungsschirm haben sie die Städte und Gemeinden unterstützt." Obernheim habe für entgangene Gewerbesteuern und Kindergartenbeiträge 85 000 respektive 12 000 Euro erhalten. Für das Personal im Bereich Schule, Mehrzweckhalle und Schwimmbad sei Kurzarbeit angemeldet worden, die zwischenzeitlich bis zum Jahresende 2021 verlängert wurde. Auf der Ertragsseite des Ergebnishaushalts bleibt das Jahr 2020 aller Voraussicht nach unter dem Planansatz, und zwar in erster Linie wegen der Auswirkungen der Pandemie, wie der Bürgermeister versicherte.

Gute Erlöse aus dem Holzverkauf

Dennoch, so Josef Ungermann, komme Obernheim mit einem blauen Auge davon. Erfreulich entwickelten sich für die Heuberggemeinde etwa die Erlöse aus dem Holzverkauf: Sie lagen 2020 – trotz des schwachen Holzmarktes – um knapp 35 000 Euro über dem Plan.

Bewilligt hat der Gemeinderat im vergangenen Jahr überplanmäßige Mittel von rund 60 000 Euro für die Sanierung der Straße "Am Bühl". Die Randsteine, so führte Ungermann aus, seien reichlich marode gewesen, die sofortige Instandsetzung alternativlos.

Ein Hoffnungsschimmer: Trotz der Kreditaufnahme von 70 000 Euro hat Obernheim zum Ende des Haushaltsjahres 2020 seine Schulden geringfügig reduziert – auf rund 725 400 Euro.

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