Der Kindergarten macht den Verwaltern von Obernheims Gemeindekasse Freude: Die Belegungszahlen sind im vergangenen Jahr gestiegen. Quelle: Unbekannt

Die Jahresrechnung für ein besonderes Jahr hat der Obernheimer Gemeinderat abgesegnet: 2020 wurde von Anfang bis Ende durch die Corona-Pandemie geprägt.

Obernheim - Erläutert wurden die Zahlen den Ratsmitgliedern von Bürgermeister Josef Ungermann und Kerstin Conzelmann, Mitarbeiterin der Stadtkasse Albstadt. Die gute Nachricht: Auf den Aktienverkauf, den Verwaltung und Gemeinderat für den Notfall eingeplant hatten, konnte die Heuberggemeinde verzichten – sehr zur Erleichterung von Josef Ungermann. Der etwaige Euphorie gleichwohl im Keim erstickte: "Alle Planungen, Ziele und Erwartungen mussten mit dem Beginn der Pandemie unter völlig neuen Gesichtspunkten betrachtet werden."

Ein Beispiel: Lagen die Prognosen für die Gewerbesteuer zu Beginn des Jahres noch 130 000 Euro über dem Planansatz, schrumpfte das Plus im Lauf der Monate beträchtlich – allerdings, so der Bürgermeister, hätten sich die Zahlen zum Jahresende wieder erholt; die Summe sei auf gut 329 500 Euro angestiegen. was einer zehnprozentigen Steigerung gegenüber dem Planansatz entspreche. Zudem sei Obernheim vom Land unterstützt worden und habe Kompensationszahlungen in Höhe von knapp 85000 Euro erhalten. Zurückgegangen sind dem Bürgermeister zufolge die Einkommensteueranteile, und zwar um knapp 77 000 Euro.

Mehr Kinder – geringeres Defizit

Hoch war in Obernheim 2020 die Nachfrage nach Kindergartenplätzen – zur Freude der Verwaltung, denn so fiel das Defizit niedriger aus als in früheren Jahren. Für den Betrieb des Kindergartens musste ein Nettokostenanteil von 192 200 Euro aufgebracht werden; damit kommt auf jeden Einwohner ein Minus von 148 Euro. Einen Teil der wegen der Pandemie ausgesetzten Elternbeiträge habe das Land ersetzt – es bleibe zu hoffen, kommentierte Ungermann, dass das Land die Gemeinden in dieser wichtigen Aufgabe auch weiterhin so tatkräftig unterstütze, dass die Finanzierungslücke kleiner werde. Unter dem Strich, resümierte Ungermann, bleibe beim ordentlichen Ergebnis ein Defizit von rund 7900 Euro; die Ergebnisrechnung schließe mit einem Gesamtergebnis von gut 22 600 Euro.

Im Finanzhaushalt 2020 stellte der zweite Bauabschnitt der Rathaussanierung die größte Maßnahme dar; endgültig abgerechnet wird dieses Großprojekt jedoch erst 2022. Für den im Herbst 2019 fertiggestellten Radweg zwischen Oberdigisheim und Obernheim ist laut Ungermann 2020 noch keine Abrechnung eingegangen.

Was bleibt? "Wir müssen weiterhin konsequent am Sparkurs festhalten", betonte Ungermann. In den kommenden Jahren werde die besondere Herausforderung darin bestehen, positive Ergebnisse zu erwirtschaften, ohne die Unterhaltungspflichten zu vernachlässigen. Der Bürgermeister geht, das räumt er offen ein, nicht davon aus, dass künftig noch mit großen "Rettungspaketen" von Bund oder Land zu rechnen sei.