Karina Homodji und Bernd Kopf berichteten dem Obernheimer Gemeinderat über die Offene Jugendarbeit und die Schulsozialarbeit an der Grundschule. Foto: Weiger Foto: Schwarzwälder Bote

Jugendarbeit: Karina Homodji hält trotz der Coronavirus-Pandemie den Kontakt zu den Kindern

"Wir haben eine abenteuerliche Zeit hinter uns – wie so viele." Sozialpädagogin Karina Homodji blickte dennoch auf ein abwechslungsreiches Jahr in der Jugendarbeit zurück – aber eben eines, das die Pandemie geprägt hatte.

Obernheim. Bekanntlich zeichnet das Diasporahaus Bietenhausen für die so genannte Gemeinwesenorientierte Offene Jugendarbeit (GOJA) und Schulsozialarbeit in der Verwaltungsgemeinschaft Meßstetten, Obernheim und Nusplingen verantwortlich.

Auch in diesem Jahr erstatteten die Mitarbeiter Bericht im Obernheimer Gemeinderat. Sozialpädagogin Karina Homodji und Bereichsleiter Bernd Kopf ließen das vergangene Jahr gemeinsam Revue passieren. Karina Homodji betreut nicht nur für die Gruppenangebote in Obernheim. Ihr obliegt zudem die Schulsozialarbeit an der Grundschule.

Die Sozialpädagogin schaute zurück auf Angebote der Corona-Zeit, bei denen die Kinder nach der "Wiedereröffnung" viel an der frischen Luft gewesen seien, um Ansteckungsrisiken klein zu halten. Einen Synergieeffekt hob Karina Homodji besonders hervor: Von ihrer Arbeit an der Grundschule in der Schulsozialarbeit profitiere auch das Gruppenangebot – und andersherum. Bei normalen Öffnungszeiten besuchen bis zu 25 Grundschüler das montägliche gruppenpädagogische Angebot. Mitte März 2020 musste das Jugendbüro geschlossen werden. Das Team habe sich allerhand einfallen lassen, um Kontakt mit den Kindern und Familien auch ohne regelmäßige Treffen zu halten, erklärte Karina Homodji. Nach den Osterferien lief beispielsweise die "Mach-Mit-Aktion" an: Die Grundschüler fanden beim Abholen ihres Wochenplans eine Aktions- und eine Briefbox vor. In der Aktionsbox warteten verschiedene Ideen für die Freizeit.

Mit dem versierten pädagogischen Blick nahm sich das Team außerdem möglichen Konfliktpotenzialen in den Familien an. Einmal gab es beispielsweise Materialien für das Basteln eines Türschilds fürs Kinderzimmer, das andere Mal Utensilien für ein so genanntes "Glücksglas". Denn auch eine Krise biete doch bisweilen Platz für positive Erlebnisse, so Karina Homodji.

Der Kontakt ist niemals abgerissen

Die Briefbox in der Schule nutzten die Kinder, um Kontakt zum Jugendbüro zu halten, Rückmeldung zu den Aktionen zu geben oder ihre eigenen Ideen einzubringen. "Die Kinder und Jugendlichen hatten immer einen Ansprechpartner", berichtete die Sozialpädagogin, "und das war gut so. Der Kontakt zu ihnen riss nie ab."

Unermüdlich plant das Team der GOJA trotz aller Corona-Unwägbarkeiten weiter für die nächsten Monate. Weiter beworben werden soll das Angebot für die Klasse fünf bis acht. In "normalen" Zeiten nutzen dies etwa zehn Kinder. Angedacht sind zudem Angebote in den Ferienzeiten, beispielsweise ein Selbstbehauptungskurs oder ein Streitschlichterprogramm für die Grundschule.

Bereichsleiter Bernd Kopf regte an, im Sinne steter Präventionsarbeit in Obernheim den Stellenumfang der Schulsozialarbeit – aktuell knapp vier Stunden pro Woche – zu erhöhen. Der Gemeinderat wird sich dieser Thematik annehmen. Das Gremium segnete die Abrechnungen der Stadtverwaltung Meßstetten und des Diasporahauses über die Kosten für die Offene Jugendarbeit und die Schulsozialarbeit ab. Bei der Jugendarbeit war es ein Anteil von rund 6480 Euro für die Heuberggemeinde, bei der Schulsozialarbeit etwa 6850 Euro.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: