Fertig modelliert, wird das Gelände der einstigen Erddeponie im Eschental im kommenden Herbst bepflanzt. Foto: Weiger Foto: Schwarzwälder Bote

Eschental : Im Herbst wird die einstige Erddeponie bepflanzt

Obernheim. Wo früher Aushub gelagert wurde, soll neuer Wald entstehen: auf dem Areal der einstigen Obernheimer Erddeponie Eschental.

Die Deponie wurde bekanntlich vor gut sechs Jahren stillgelegt. Durch stetig steigende gesetzliche Anforderungen war der Betrieb wirtschaftlich und haftungstechnisch nicht mehr möglich gewesen.

Dass das Gelände neu angelegt und bepflanzt werden soll, also "rekultiviert", steht seit längerem fest. Die Anfänge dafür sind gemacht: Zwischenzeitlich ist das komplette Gebiet fertig "modelliert". Von Anfang August bis Oktober 2020 wurden gut 26 550 Tonnen Material angeliefert und eingebaut. Schützenhilfe bekam die Heuberggemeinde unverhofft durch einen überaus kostensparenden Aspekt.

Eigentlich hatte die Verwaltung geplant, Geländemodellage und Humusbestellung in einer Gesamtmaßnahme auszuschreiben. Doch Obernheim profitierte von geeignetem Aushub mehrerer Großbaustellen im Kreis. Dieses Material wurde auf den Heuberg gefahren und im Eschental verwendet. Jetzt ist das frisch gestaltete Gelände sehr zur Freude von Bürgermeister Josef Ungermann so weit, dass es abgedeckt werden kann.

1000 Tonnen Humus warten in Obernheim bereits auf ihren Einbau. Zusätzlich stellt das Abfallwirtschaftsamt des Zollernalbkreises bis zu weitere 1000 Tonnen Humus und 1200 Tonnen so genanntes "Siebmaterial" aus den Erddeponien zur Verfügung. Mit Humus vermischt, eigne sich letzteres ideal für eine Rekultivierungsschicht, erklärte der Rathauschef.

Im Herbst muss noch eine Schippe Bares drauf

Die Räte vergaben in ihrer Onlinesitzung den Transport und Einbau dieser Schicht für rund 31 800 Euro. In der Ausschreibung war explizit darauf hingewiesen worden, dass Transport und Einbau in einem Zug erfolgen müssten. Im Haushalt für 2021 sind für Rekultivierung und Bepflanzung 40 000 Euro eingestellt.

"Für diese Maßnahme reicht das Geld also", so Ungermann. Im Herbst, so kündigte er jedoch an, werde für die Bepflanzung gegebenenfalls eine überplanmäßige Ausgabe erforderlich sein – je nachdem, wie teuer die Pflanzen werden.

Jürgen Moser und Joachim Schnell beschäftigte eine Frage: Was passiert mit der frisch verteilten Humusschicht, wenn die ersten Sommergewitter heftige Regenschauer schicken? Josef Ungermann nickte: Die Böschung sei stark abgeflacht worden. Er hoffe also, dass der neue Boden nicht einfach wieder weggeschwemmt werde.

Im Herbst indes wollen die Obernheimer neue Bäumchen setzen lassen. Wie lange das wohl dauere, wurde gefragt – mit kleinem Augenzwinkern. Denn die ersten Schritte auf dem Weg zum neuen Wald haben die Räte bereits getätigt – und zwar höchstpersönlich: Im Herbst 2019 hatten Mitglieder des Gremiums, gemeinsam mit einigen engagierten Bürgern, im einstigen oberen Deponieteil Bäumchen gepflanzt. Was im Eschental künftig wachsen wird? Die Verwaltung steht im engen Kontakt zum Forst: "Hier werden wir in dieser Sache hervorragend beraten."

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