Der siebenjährige Finn aus Oberndorf wird bei der SAT.1-Sendung „Kannste (nochmal) Kanzler??“ zu sehen sein. Wir haben mit ihm über die Reise nach Berlin und das Treffen mit Olaf Scholz und Friedrich Merz gesprochen.
Bei der SAT.1-Sendung „Kannste (nochmal) Kanzler??“ stellen Schüler zwischen sieben und 14 Jahren Fragen an die Kanzlerkandidaten der CDU, Friedrich Merz, und der SPD, Olaf Scholz. Zum Schluss bekommen die beiden Politiker Zeugnisse ausgestellt, wie SAT.1 in einer Pressemitteilung schreibt.
Bei der Aufzeichnung in Berlin war – als eines der beiden jüngsten Kinder – auch der siebenjährige Finn aus Oberndorf dabei. Sein Vater hatte im Internet gesehen, dass man sich für die Sendung bewerben könne und gab die Idee an seinen Sohn Finn weiter.
Dieser war sofort Feuer und Flamme. Bei sich zu Hause absolvierte er dann per Video-Telefonat das Casting für die Show. Er hatte eigentlich mit einer Absage gerechnet, wie er erzählt, „aber dann wurde ich tatsächlich genommen“.
Mit dem Zug nach Berlin
Also ging es für ihn – gemeinsam mit seinem Vater – ab nach Berlin. Begeistert erzählt er von der Zugfahrt, zunächst nach Stuttgart und von dort in die Hauptstadt. Im Zug habe er „zukünftige Bürgermeister und Bürgermeisterinnen“ kennengelernt, mit denen er sich dann unterhalten hat. Sein Vater klärt auf: Finn hat Studenten aus der Verwaltung kennengelernt.
Besonders auf der Zugfahrt, aber auch während der gesamten Zeit vor der Sendung, war Finn sehr aufgeregt, wie er berichtet. Aber: „Angst hatte ich keine“, sagt er. Nur Heimweh hätte er in der Zeit in Berlin ein paar Mal gehabt.
In Berlin angekommen wurde Finn auf die Sendung vorbereitet. Die insgesamt 18 Kinder wurden dafür in zwei Gruppen von jeweils neun Kindern eingeteilt. Drei Tage lang fand morgens das Briefing im Hotel statt, erzählt Finn.
In zwei Gruppen aufgeteilt
Die beiden Gruppen verbrachten dann in der Tesla-Gemeinschaftsschule jeweils mit einem der beiden beteiligten Kanzlerkandidaten mehr Zeit. Finn war in der Gruppe, die hauptsächlich Friedrich Merz Fragen stellen durfte. Doch auch Olaf Scholz musste ihm eine Frage zu seiner Augenklappe beantworten.
Von Friedrich Merz hingegen wollte Finn gemeinsam mit einer anderen Schülerin – der 13-jährigen Cosma – wissen, was Merz tun würde, damit die beiden ihre Familienmitglieder wieder besuchen können: Finn hat Verwandte in der Ukraine, Cosma hat belarussische Wurzeln. Und auch zum öffentlichen Nahverkehr hatte Finn eine Frage. Der sei auf dem Land nämlich „langsam wie eine Ente“. Da wünscht sich der Siebenjährige eine Verbesserung.
Friedrich Merz sieht sich eher als Chaot
Aber auch Fragen abseits der Politik beantwortete Friedrich Merz dem Jungen, zum Beispiel welche Rolle er in einer Klasse einnehmen würde: den Streber, den Mädchenschwarm oder den Klassenclown. Und auch Olaf Scholz sollte er dazu einschätzen. Finn erzählt, dass Merz sich selbst wohl eher als Chaot sieht, Olaf Scholz hingegen eher als Streber.
Die Fragen hat sich Finn teils bereits im Voraus mit seinen Eltern gemeinsam ausgedacht. Der Nahverkehr kam dabei zwar auch schon kurz zur Sprache, wirklich wichtig wurde die Frage aber erst bei der Ankunft in Berlin. Von den dortigen U-Bahnen und ihrem schnellen Takt war der Siebenjährige ganz schön beeindruckt.
Sightseeing kommt nicht zu kurz
Neben dem Programm der Sendung durfte Finn auch die Schule nicht vernachlässigen. „Ich musste trotzdem noch Hausaufgaben machen“, beschwert er sich. Doch Zeit für Sightseeing blieb trotzdem auch ein wenig. Er erzählt begeistert, dass er beim Brandenburger Tor war, in der Kuppel des Reichstags und beim Checkpoint Charlie.
Insgesamt hat es Finn sehr gut gefallen in Berlin. „Es war wirklich wunderschön“, schwärmt er. Von den Kanzlerkandidaten hat ihn Friedrich Merz besser überzeugt. „Man merkt einfach, dass er Kinder hat“, sagt Finn. Er hätte besser zugehört, die Kinder besser verstanden und sich auch verständlicher ausgedrückt. Olaf Scholz fand er aber trotzdem nett, nur hat er „zu viel gesprochen“, fand Finn.
Mit den anderen Kindern der Sendung ist Finn auch immer noch befreundet. Mit anderen Kindern über Politik reden zu können, war „ein total schönes Gefühl“, sagt er. Später möchte er selbst auch in die Politik – und damit in die Fußstapfen seiner Oma treten, die auch schon Kommunalpolitikerin war.
Kannste (nochmal) Kanzler??
Ausstrahlung
„Kannste (nochmal) Kanzler??“ wird am Mittwoch, 12. Februar, ab 20.15 Uhr in SAT.1 und im Livestream auf Joyn ausgestrahlt.