Ruben Müller (rechts) feiert mit seinen Paderborner Teamkollegen das Erreichen der Relegation gegen den VfL Wolfsburg. Foto: IMAGO

Der Oberndorfer Ruben Müller hat mit dem SC Paderborn die Chance auf den Bundesliga-Aufstieg. Für den 20-Jährigen hätte die Saison kaum besser laufen können.

Der SC Paderborn dürfte dieser Tage für viele Fußball-Fans aus der Region ein besonders spannendes Team sein. Denn beim Tabellendritten der 2. Bundesliga spielt in dieser Saison nicht nur der Ex-Balinger Laurin Curda groß auf. Auch für Ruben Müller ist das Team von Cheftrainer Ralf Kettemann aktuell ein echtes Karriere-Sprungbrett. Nun hat Müller mit den Paderbornern in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg sogar die Chance, in die Bundesliga aufzusteigen.

 

Profi-Debüt im September

Der 1,79 Meter große Mittelfeld- und Offensiv-Allrounder wechselte im vergangenen Sommer von der U23 des SC Freiburg nach Paderborn. Seitdem schreibt der 20-Jährige fleißig an seiner Erfolgsgeschichte. Am 12. September gab er gegen den VfL Bochum sein Profi-Debüt. Zwei Wochen später stand er gegen Kaiserslautern erstmals in der Startelf. Doch spätestens seit Mitte Februar ist Müller bei den Ostwestfalen nicht mehr wegzudenken.

Tragende Säule

In elf der letzten zwölf Partien stand er von Beginn an auf dem Rasen. Sechs dieser zwölf Spiele gewann der SCP, zusammen mit vier Remis und nur zwei Niederlagen bedeutete das eine starke Ausbeute von 22 Punkten in den letzten drei Monaten der Saison – und den Sprung auf den Relegationsplatz. An diesem Aufschwung hatte Müller, der zudem im März bei den Partien der U20-Auswahl des DFB gegen Tschechien und Polen erstmals das Trikot der deutschen Nationalmannschaft tragen durfte, einen erheblichen Anteil.

David gegen Goliath?

In die am Donnerstagabend (20.30 Uhr) startende Relegation geht Paderborn gegen den VfL Wolfsburg natürlich als Außenseiter. In den vergangenen sechs Jahren schaffte jeweils der Erstligist noch den Klassenerhalt. Und auch die Wölfe selbst konnten sich schon zweimal in der Relegation retten – 2017 gegen Eintracht Braunschweig und 2018 gegen Holstein Kiel.

Und auch die bisherige Bilanz gegen Wolfsburg spricht nicht für den SC 07. Fünfmal traf man in der Vereinsgeschichte in einem Pflichtspiel auf die Wölfe – fünfmal konnte man nicht als Gewinner vom Feld gehen (drei Niederlagen, zwei Unentschieden). Der Kader des Bundesligisten hat Angaben des Online-Portals „Transfermarkt“ zufolge einen Gesamtmarktwert von satten 234,6 Millionen Euro. Allein die beiden wertvollsten Wölfe – Mohamed Amoura (27 Mio.) und Konstantinos Koulierakis (25 Mio.) – haben zusammen einen höheren Marktwert als der gesamte Paderborner Kader (40,6 Mio.).

„Kein Fußballmärchen“

Dennoch wird im Lager des Zweitligisten niemand der Meinung sein, dass man sich vor den Wolfsburgern verstecken muss. „Es ist nicht so, dass es ein Fußballwunder braucht. Es wäre kein Fußballmärchen. Wir haben 62 Punkte geholt in der 2. Liga. Wir können schon was und das wissen wir auch“, so SCP-Coach Kettemann im Vorfeld des ersten von zwei Relegationsspielen.

Und auch Ruben Müller persönlich hat in den beiden größten Spielen seiner noch jungen Karriere nicht wirklich etwas zu verlieren. Der 20-Jährige hat seine Qualitäten in den vergangenen Monaten bereits mehr als eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Es deutet alles darauf hin, dass er schon bald das nächste Kapitel seiner Erfolgsgeschichte schreiben wird. Wenn es nach ihm und seinen Teamkollegen geht, hat dieses die Überschrift „Bundesliga“.