Niclas (links) und Luca Röhrle haben es als „Porschejäger“ ins Fernsehen geschafft. Foto: „Röhrle Mobility“

Begonnen haben sie ganz klein, inzwischen bewegen die Oberndorfer Brüder mit ihrem Handel auf dem Lindenhof Millionen. Eine TV-Reportage zeigt nun, wie die „Porschejäger“ arbeiten.

„Die kennt man doch“, dürfte mancher Oberndorfer, der zwischen den Jahren den TV-Sender Welt eingeschaltet hat, gedacht haben. Denn da ging es rund 50 Minuten lang um die Brüder Niclas und Luca Röhrle, die auf dem Lindenhof mit Luxusfahrzeugen handeln und Millionensummen bewegen.

 

Am 25. Dezember wurde die Folge „Porschejäger aus dem Schwarzwald“ der Reportage-Reihe „Legenden auf Rädern“ erstmals im Fernsehen ausgestrahlt, danach konnte man sie noch mehrere Tage auf „Joyn“ streamen. Den Zuschauern wird darin gezeigt, wie die Brüder Luxus-Sportwagen und Klassiker der Marken Ferrari, Lamborghini und vor allem Porsche, „automobile Schätze für Millionenpreise“, an- und verkaufen.

Von Fahrzeugteilen zu Luxusautos

Dabei hat alles einmal ganz klein begonnen: vom anfänglichen An- und Verkauf von Fahrzeugteilen über gebrauchte BMWs bis zu immer teureren und luxuriöseren Autos. Die Brüder haben eine Mechaniker-Ausbildung abgeschlossen, Wirtschaftsingenieurwesen studiert und waren Werkstudenten bei Porsche.

2018 ging es mit dem Gebrauchtwarenhandel los. Seit September 2021 betreiben die Brüder ihr Autohaus „Röhrle Mobility“ auf dem Lindenhof, nicht weit von ihrem Elternhaus entfernt. Für den Aufstieg ins Luxussegment mussten sie dabei viel Mut beweisen, wie im TV-Beitrag deutlich wird.

Alles auf eine Karte gesetzt

Denn als sie die ersten beiden Porsche-Fahrzeuge von einem Bekannten kauften, war nicht nur auf einen Schlag fast ihr ganzes Geld gebunden, der Verkäufer warnte sie sogar vor den Schwierigkeiten des Handelns im Luxussegment.

Doch die Röhrles schafften es, die Fahrzeuge innerhalb von wenigen Wochen zu verkaufen und gut daran zu verdienen. So kam das Geschäft, bei dem das meiste digital abläuft, ins Rollen.

Was die Röhrles daran besonders reizt? Vor allem die „Jagd“ selbst. Wenn das gekaufte Fahrzeug im geschlossenen Anhänger ankomme und man es zum ersten Mal live sehe, sei das wie eine Bescherung, erzählt Niclas in der Reportage.

Viele Kundenkontakte entstehen über Social Media

Im TV-Beitrag sieht man, wie die Luxus-Fahrzeuge geliefert werden und in der hauseigenen Werkstatt auf den Prüfstand kommen – und Probe fahren gehört natürlich auch dazu. Besonders beliebt bei den Kunden? Porsche-Modelle aus der Jugend der Sammler, den 1980er- bis 2000er-Jahren vor allem.

Beim Vertrieb setzen die Röhrles stark auf Social Media. Mit Fotos und Videos, die auf Plattformen von Instagram über Youtube bis TikTok hochgeladen werden, erreichen sie ihre Kunden, überwiegend Geschäftsleute, direkt. Und die kommen quasi aus aller Welt: Europa, dem Mittleren Osten, Nordafrika und Nordamerika beispielsweise, wie die Brüder in der Reportage berichten. Gezahlt wird per Vorkasse, um die Lieferung, Zoll und alles drumherum kümmern sich die Röhrles.

Ohne Fachwissen auf der einen und Kenntnis der Marktpreise auf der anderen Seite gehe es nicht, erklären die Oberndorfer im TV-Beitrag, was für ihre Arbeit wichtig ist. Denn Fehler kosten gleich eine ganze Menge Geld.

Von Oberndorf aus in alle Welt

Das Ziel der Brüder? Bester Sportwagen-Händler in Deutschland beziehungsweise Europa zu werden, sagen sie in der Reportage. Und das offenbar weiterhin von Oberndorf aus, denn die Röhrles schwärmen von ihrem guten Umfeld und dem ländlichen Raum.

Ihre Geschichte scheint jedenfalls eines zu zeigen: Dass große Geschäfte und Erfolgsgeschichten nicht unbedingt in Metropolen beginnen müssen.