Auch der Eichhörnchenwald in Fischen im Allgäu wird in dem Buch vorgestellt. Foto: Emons Verlag

Doch, ja, es stimmt schon: Man weiß nie wirklich alles über die Gegend um einen herum. Und deshalb ist das Motto "Entdecken fängt zu Hause an", mit dem der Emons Verlag aus Köln seine Buchreihe "111 Orte" überschrieben hat, auch so treffend.

Oberndorf - Die Buchreihe war von Schanghai bis München schon überall in der Welt zu Gast, weiß alles über Katzen und hat belgisches Bier und schweizerische Weine getestet und allein rund um den Kölner Dom 111 Sehenswürdigkeiten erkundet.

Die Zahl der Titel ist mittlerweile längst im dreistelligen Bereich angelangt. Auch in Baden-Württemberg waren die Autoren der Serie schon mehrfach unterwegs, unter anderem in Stuttgart, Konstanz und dem Remstal. Nun hat es das Autorenduo und Ehepaar Daniela Bianca Gierok und Ralf H. Dorweiler in den Südschwarzwald verschlagen. Und dort gibt es natürlich sehr viel mehr zu entdecken als nur die Kirschtorte, die das Buch ziert.

"111 Orte im Südschwarzwald, die man gesehen haben muss" ist ein Streifzug, der im denkmalgeschützten Café "Süßes Löchle" in Lahr in der Ortenau beginnt, bevor er in Oberndorf am Neckar das "Heimat- und Waffenmuseum" streift, in Breisach den Münsterberg erklimmt und schließlich in Bad Säckingen im kultigen Müllmuseum ankommt. Es gibt unter anderem Baudenkmäler wie die Vöhrenbach-Talsperre, Genießer-Ecken wie das "Café Inka" im Dreiländereck in Weil am Rhein und Naturschauspiele wie die Zweribachwasserfälle im Hochschwarzwald zu entdecken.

Jeder Attraktion widmet das Buch eine Seite Text und ein oder zwei ausgewählte Fotos auf der jeweils gegenüberliegenden Seite. Wobei es uns vor allem die Texte angetan haben: Sie sind informativ und frei von Schwarzwaldklischees. Der Effekt ist, dass man umso neugieriger wird, beispielsweise mal im Wald bei Freiburg Deutschlands höchsten Baum ("Waldtraut vom Mühlwald", eine rund 68 Meter hohe Douglasie) zu suchen oder bei Schwörstadt-Dossenbach tatsächlich ein einstiges Schlachtfeld der 1848er-Revolution zu entdecken.

Bewegung abseits der ausgetretenen Pfade

Erinnerst sich eigentlich heute noch irgendjemand an die Schwarzwaldklinik im Glottertal? Die Autoren dieses Buchs haben es getan und dabei gleich auch noch im benachbarten St. Peter Kirchschkuchen aus der Dose ausprobiert, bevor sie in Hartheim im Markgräflerland im Salmen auf Shakespeare und in Gütenbach auf einen Baum gestoßen sind, in dem Jesus wohnt.

"Lieblingsorte und Superlative" verspricht der Verlag, und trifft es damit sehr gut: "111 Orte im Südschwarzwald" bewegt sich immer wieder abseits der ausgetretenen Pfade, ohne dabei Pflichtbesuche wie im Dom zu St. Blasien oder der wunderschönen Wutachschlucht außen vor zu lassen.

Ins Staunen versetzen uns die Autoren mit ihren Vorschlägen für Wanderung und Ausflug immer wieder. Vieles von dem, was Gierok und Dorweiler erwandert, entdeckt und ausgegraben haben, kostet erfreulicherweise keinen Eintritt. Und jede Attraktion in dem Buch ist übrigens mit einer Anfahrtsbeschreibung versehen, so dass man auch das Dauerwellenmuseum in Todtnau garantiert findet. Jetzt braucht man nur noch viel Zeit für 111 Ausflüge…

Das Buch:

Daniela Bianca Gierok & Ralf H. Dorweiler "111 Orte im Südschwarzwald, die man gesehen haben muss", Emons Verlag Köln, 240 Seiten mit zahlreichen Farbfotos, 16,95 Euro

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