Es türmen sich die Hilfsgüter im Nebenraum der Turnhalle in Hochmössingen. Foto: Wagner

Eigentlich wollte Guido Söll aus Hochmössingen die Geschädigten des Hochwassers im Westen Deutschlands lediglich mit einigen selbst gespendeten Hilfsgütern unterstützen. Plötzlich war er mittendrin und wurde zum Organisator einer größeren Hilfsaktion.

Oberndorf-Hochmössingen - Er hatte vor, seine Spenden in Haigerloch-Owingen bei einer Sammelstelle abzugeben, musste aber feststellen, dass der dortige Lkw bereits randvoll beladen war. Über Facebook bekam er Kontakt zu einer Lastwagenfahrerin in Regensburg, die für das Bayerische Rote Kreuz einen Transport in das Katastrophengebiet durchführt und noch Platz im 40-Tonner hat. Sie erklärte sich spontan bereit, über Hochmössingen zu fahren und weitere Hilfsgüter mitzunehmen.

Guido Söll, der als Ortschaftsrat, Mitglied im Musikverein und auch als Macher in Hochmössingen bestens bekannt ist, richtete nach Rücksprache mit der Ortschaftsverwaltung kurzerhand in einem Nebenraum der Turnhalle eine Sammelstelle ein und machte diese über Facebook bekannt. Damit brachte er eine große Hilfsbereitschaft für die Hochwasseropfer ins Rollen.

Die Menschen aus Hochmössingen, aber auch aus der näheren und weiteren Umgebung packten alles zusammen, was ihrer Meinung nach für die Menschen in den Überschwemmungsgebieten derzeit notwendig ist, und brachten es zum Sammelplatz.

Innerhalb kürzester Zeit war der Raum mit haltbaren Lebensmitteln, Hygiene-Artikeln, Decken, Bekleidung und sonstigen Dingen für die täglichen Bedürfnisse vollgestellt. Auch an Süßigkeiten und Spielzeug für die Kinder hatten die Helfer gedacht. Selbst Tierfutter wurde angeliefert.

Aber nicht nur die Spender zeigten sich solidarisch mit den Opfern der Unwetterkatastrophe. Viele Menschen kamen spontan in die Halle und halfen beim Sortieren und Verpacken der Spenden. Die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes Oberndorf beteiligte sich an der Aktion, sortierte Schuhe und Decken aus und brachte sie nach Oberndorf zur Zwischenlagerung, um Platz zu schaffen.

Guido Söll war überwältigt von der Welle der Hilfsbereitschaft, zumal auch noch die Bäckerei Stemke die Helfer in Hochmössingen aufsuchte und für das leibliche Wohl der fleißigen Helfer sorgte.

Wie Guido Söll zur Mittagszeit am Sonntag mitteilte, werden die Hilfsgüter im Raiffeisenlager in Euskirchen-Stotzheim zwischengelagert. Am Sonntagabend gegen 18 Uhr fuhr der 40-Tonner an der Hochmössinger Turnhalle vor, um die Hilfsgüter ins Katastrophengebiet zu bringen. Dem Aufruf von Guido Söll über Facebook folgten viele Freiwillige und halfen beim Einladen.