Die HK416 F mit montiertem CompM5-Visier. Foto: Heckler & Koch

Französische Armee ordert zum Sturmgewehr HK416 F neue Zieloptik. Auftrag bringt wohl 100 Millionen Euro.

Oberndorf - Der Waffenhersteller Heckler & Koch (H&K) hat einen Großauftrag der französischen Armee an Land gezogen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Das Rüstungsunternehmen liefert gemeinsam mit dem Kooperationspartner France SAS/Aimpoint AB bis zu 120.000 Rotpunktvisiere für das neue französische Sturmgewehr HK416 F. Das hatte die Beschaffungsbehörde "Direction Générale de l’Armement" (DGA) bereits im September 2016 für die Soldaten des Heeres, der Luftwaffe und der Marine geordert.

Damals hatte der Oberndorfer Waffenhersteller den Zuschlag erhalten, nachdem die Franzosen ihr eigenes, in St. Etienne produziertes, Sturmgewehr FAMAS nach 30-jähriger Nutzung an den Nagel gehängt hatten. Jetzt liefert Heckler & Koch also auch das Rotpunktvisier CompM5 nach Frankreich.

"Das kompakte, robuste und zudem sehr leichte Visier" würde die Fähigkeiten der französischen Soldaten weiter verbessern, teilte das Unternehmen in einer Presseaussendung mit.

Genaue Zahlen gibt Bokermann nicht preis

Innerhalb von sechs Jahren wollen die Oberndorfer in Zusammenarbeit mit dem Visier-Hersteller Aimpoint AB die genannte Stückzahl ausliefern. Der Auftrag dürfte Millionen in die Kassen der Oberndorfer spülen. Genaue Zahlen wollte man dann aber nicht herausrücken. "Da dürfen wir auf Grund der Verträge keine genaue Auskunft geben", erklärte Pressesprecher Florian Bokermann auf Anfrage unserer Zeitung.

Allerdings lässt sich dennoch etwas zum finanziellen Volumen des Deals herausfinden: Denn das Visier CompM5 lässt sich auch für den privaten Gebrauch erwerben. Im Netz wird man von der Homepage des Herstellers Aimpoint auch zu offiziellen Verkaufsstellen in Deutschland weitergeleitet. Hier kostet das CompM5-Visier pro Stück 900 Euro.

Rechnet man die Summe hoch, kommt ein stattlicher Wert von mehr als 100 Mio. Euro für den Auftrag zusammen. Kommentieren wollte Bokermann diese Zahlenspielereien indes nicht.
Angesprochen auf die Verteilung der Gelder zwischen HK und Aimpoint AB, verwies Bokermann darauf, dass derartige Details in den Kooperationsverträgen geregelt seien – und die sind auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. 

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