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Oberndorf Heckler & Koch hält an Grüne-Länder-Strategie fest

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Der Waffenproduzent HK will bald eine Fabrik in den USA errichten. Foto: Seeger

Oberndorf - Auf den Weihnachtsmarkt dieser Tage in Oberndorf a. N.ckar hatten sich Friedensaktivisten gemogelt. In Nikolauskostümen hantierten sie vor Kindern mit Gewehrattrappen und Granaten. Das sollte als Protest verstanden werden: gegen Heckler & Koch, den Waffenproduzenten aus der Stadt im Kreis Rottweil. Richtig an kam die Aktion allerdings nicht: Die Polizei beendete den skurrilen Auftritt.

Eine offizielle Reaktion auf das schräge Schauspiel verkniff sich Heckler & Koch (HK) dann auch. Anders verhält es sich bei anderen Vorwürfen von Rüstungsgegnern an die Adresse der Gewehrhersteller. Dann nämlich, wenn es um die US-Geschäfte der Oberndorfer geht. Der Verdacht: Will man bei dem Rüstungsunternehmen durch den Aufbau von Produktionskapazitäten in den USA der Exportkontrolle in Deutschland entgehen? Das weist HK entschieden zurück. Dem Deutschlandfunk erklärt das Unternehmen wörtlich: "Lieferungen von den USA in andere Länder sind ausdrücklich nicht vorgesehen. Insofern ist die These, wir würden uns mit dem Schritt in die USA der Exportkontrolle durch die Bundesregierung entziehen wollen, schlichtweg falsch."

Die US-Exportkontrollvorschriften seien im Übrigen um einiges restriktiver als die im deutschen und europäischen Rechtskreis, heißt es in Oberndorf weiter. Der Tübinger Anwalt Holger Rothbauer sagte dem Deutschlandfunk dagegen, eine Exportkontrolle finde in den USA quasi nicht mehr statt. Die HK-Produktion in Deutschland sei künftig nicht mehr "für den Export großartig gedacht", dieser werde "im Trump-Land USA vonstattengehen". HK fahre deshalb seine Kapazitäten enorm nach oben.

Hintergrund der Vermutungen ist die Expansionspolitik des Unternehmens, das im US-Bundesstaat Georgia eine neue Fabrik für Pistolen sowie Jagd- und Sportgewehre bauen will. Fast 40 Prozent seines Gesamtumsatzes von rund 200 Millionen Euro machte die Firma nach Medienangaben 2016 mit Verkäufen für den zivilen US-Markt – im Vergleich zu 2015 hatte sich der amerikanische Markt damit verdoppelt.

Für die Fabrikation in Georgia sollen 23 Millionen US-Dollar in die Hand genommen werden, wie die Rüstungsfirma Anfang des Jahres ankündigte: "Die USA sind als ›grünes Land‹ einer der größten und wichtigsten Absatzmärkte für die Heckler & Koch Gruppe. Eine logische Folge der Grüne-Länder-Strategie ist, dass wir unsere Aktivitäten in den grünen Ländern ausbauen."

Schon Anfang des Jahres hatte der damalige HK-Vorstandsvorsitzende Norbert Scheuch im Gespräch angekündigt, sein Unternehmen wolle nicht länger Prügelknabe sein und werde deshalb nur noch in politisch unbedenkliche Staaten liefern. Diese sogenannten "grünen Länder" sind Nato-Staaten oder Staaten, die Nato-Mitgliedern gleichgestellt sind, also rechtsstaatliche Demokratien. Länder wie Saudi-Arabien, Mexiko, Brasilien oder die Türkei werden demnach nicht mehr aus Oberndorf beliefert. Scheuch erläuterte später, dass diese Entscheidung "aus einer kritischen Bewertung des Geschäftes heraus" komme. HK wolle neben den Vorgaben der Bundesregierung weitere Restriktionen einhalten. Es handle sich um "eine eigene Selbstbeschränkung".

Scheuch musste zwischenzeitlich zwar gehen. Das Unternehmen hat sich aber auch danach zur Grüne-Staaten-Strategie bekannt. Den Weihnachtsmännern auf dem Markt in Oberndorf muss das entgangen sein.

Ihre Redaktion vor Ort Oberndorf

Marcella Danner

Fax: 07423 78-373

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