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Oberndorf Heckler & Koch: Chef will Unternehmen auf neuen Kurs bringen

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Der Waffenhersteller Heckler & Koch aus Oberndorf steht vor großen Herausforderungen. Foto: dpa

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Oberndorf - Wenn Norbert Scheuch aus seinem Bürofenster blickt, liegt ihm Oberndorf zu Füßen. Rechts die kleinen Einfamilienhäuser des Wohngebiets Alter Lindenhof eingebettet in viel Grün, links die mehrstöckigen Mehrfamilienhäuser, geradeaus am Horizont die Rundungen der Alb. Zeit, um die Aussicht zu genießen, hatte er bislang allerdings nur wenig. Seit Dezember vergangenen Jahres ist der 56-Jährige Vorstandsvorsitzender des Waffenherstellers Heckler & Koch (HK).

Seine Arbeit in der Neckarstadt sei in vielen Bereichen eine "Herausforderung". Sowohl was die Vergangenheit, die Gegenwart und erst recht die Zukunft des Unternehmens betreffe. Für die vermisse er die Unterstützung seitens der Politik. "Handfeuerwaffen werden von der Bundesregierung nicht als strategische Kernkompetenz der Rüstungsindustrie angesehen und damit nicht gefördert", stellt Scheuch pragmatisch fest und fügt hinzu: "Wir können deshalb nicht mit besonderer Fürsorge rechnen."

Bereits in seiner Position im HK-Aufsichtsrat habe er dies feststellen können, aber die "Deutlichkeit" sei ihm erst in den vergangenen Wochen klar geworden. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens sei stark abhängig von politischen Entscheidungen.

Werden bei HK Waffen bestellt, stellen die Oberndorfer beim zuständigen Bundesressort einen Genehmigungsantrag für den Export dieser Waffen. Dadurch werden Bereiche wie der Außenhandel, internationale Beziehungen und natürlich die außenpolitischen Interessen der Bundesrepublik tangiert. "Die Abstimmungen untereinander dauern, kosten viel Zeit." Diese "Zwangs-Entschleunigung" sei gewöhnungsbedürftig.

Nürnberger will Unternehmen in aller Ruhe auf Kurs bringen

Und dann sei da noch die schwierige Positionierung der Waffenindustrie in der Gesellschaft. "Es macht keinen Sinn, mit unseren rund 600 Mann gegen den Mainstream anzulaufen", sagt Scheuch. Deshalb lautet der Tenor seiner strategischen Ausrichtung: Wir verhalten uns überkorrekt. Wir ziehen uns aus politisch schwierigen Ländern wie Saudi Arabien zurück. Wir stärken den Bereich Forschung und Entwicklung. Und: "Wir sind nicht der Prügelknabe der Nation." Damit darf er sich der Sympathie bei seinen Mitarbeitern wohl gewiss sein. Zu Scheuchs Herausforderungen gehört auch der Kampf gegen Gerüchte. Rheinmetall will HK übernehmen? "Ja, davon habe ich auch schon gehört." Dran sei nichts. Der gebürtige Nürnberger ist in Oberndorf angetreten, um die mediale Aufmerksamkeit um HK herunter, und die Verantwortung gegenüber politischen Vorgaben und geltenden Gesetzen hochzuschrauben.

Seinen Kopf hat Scheuch im Himmel der Visionen, mit den Füßen steckt er allerdings noch im Matsch. Die Diskussion um die Treffsicherheit des G 36, die Untätigkeitsklage gegen die Bundesrepublik, die Anklage gegen die früheren Geschäftsführer Joachim Meurer und Peter Beyerle wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz (siehe unten) kleben an HK, haften auch an den Schritten von Scheuch. Auf welchem Weg er gehen will, ist klar: "Wir möchten keine Vorlage mehr bieten, um erneut in die Schlagzeilen zu kommen." Er ist gekommen, um zu arbeiten. In aller Ruhe will er HK auf neuen Kurs bringen.

Dazu gehöre, neue Techniken zu entwickeln, sich breiter aufzustellen. Schalldämpfer und Zubehör sollen ins Programm aufgenommen werden. Auch über den Ausbau des jagdlichen Bereichs denkt Scheuch nach. "Wir haben hoch kompetente Mitarbeiter, HK muss sich aber anders organisieren, an manchen Stellen effizienter werden", kündigt der ehemalige Geschäftsführer von ATU und Putzmeister an.

Für Scheuch ist HK ein mittelständisches Unternehmen: "Nicht mehr und nicht weniger. Ich finde es schon befremdlich, wenn in der Öffentlichkeit von HK als Rüstungskonzern gesprochen wird." Wenn sich die Genehmigungslage für die Waffenexporte nicht verschärfe, sehe er kein Problem, die Arbeitsplätze zu erhalten. Im Bereich Forschung und Entwicklung will er sogar neue Mitarbeiter einstellen.

Die letzten G36 eines Großauftrags von mehreren Tausend Waffen für die französische Polizei verlassen in diesen Tagen das Werksgelände auf dem Lindenhof. Auch das kann Scheuch von seinem Bürofenster aus beobachten.

 
 

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Marcella Danner

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