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Oberndorf a.N. Heckler & Koch: Norbert Scheuch nicht mehr Geschäftsführer

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Norbert Scheuch ist ab sofort nicht mehr Geschäftsführer des Oberndorfer Rüstungsunternehmens Heckler & Koch. Foto: Danner

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Oberndorf - Die überraschende Nachricht machte bereits am Dienstagvormittag unter der Belegschaft des Waffenherstellers Heckler & Koch (HK) aus Oberndorf die Runde – das Unternehmen trennt sich von Norbert Scheuch.

Am frühen Nachmittag wurden die Mitarbeiter dann in der Kantine zusammengetrommelt und in einer halbstündigen Versammlung aus erster Hand informiert: Der Aufsichtsrat der HK-Aktiengesellschaft hat mit sofortiger Wirkung die Bestellung von Norbert Scheuch als Vorsitzenden des Vorstands der HK- AG widerrufen.

Ebenso wurde seine Bestellung als Geschäftsführer der Heckler & Koch GmbH gleichfalls mit sofortiger Wirkung widerrufen. Bis zur Regelung einer Nachfolge, die kurzfristig erfolgen soll, wird der bisherige Mitgeschäftsführer der Heckler & Koch GmbH, Wolfgang Hesse, nun in Personalunion als Alleinvorstand der H&K AG und alleiniger Geschäftsführer der Heckler & Koch GmbH die Aufgaben in enger Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat wahrnehmen – so lautet die offizielle Lesart des Rausschmisses.

Neuausrichtung des Unternehmens wird fortgeführt

Scheuch stand dem Unternehmen seit Dezember 2015 vor. Vorher war er unter anderem Chef der Autoreparaturkette A.T.U Auto-Teile Unger (Weiden) sowie des Betonpumpenherstellers Putzmeister (Aichtal). "Es macht keinen Sinn, mit unseren rund 600 Mann gegen den Mainstream anzulaufen", sagte Scheuch im Mai des vergangenen Jahres im Gespräch mit unserer Zeitung. Deshalb laute der Tenor seiner strategischen Ausrichtung: "Wir verhalten uns überkorrekt. Wir ziehen uns aus politisch schwierigen Ländern wie Saudi-Arabien zurück. Wir stärken den Bereich Forschung und Entwicklung". Und: "Wir sind nicht der Prügelknabe der Nation."

Erst vor einigen Tagen hatte sich Scheuch nach der Aktionärsversammlung der HK-AG vor Fernsehkameras öffentlich geäußert – ein Novum in der Firmengeschichte. Seit Dienstag ist er nun selbst zur Firmengeschichte geworden. Die eingeleitete strategische Neuausrichtung des Unternehmens, der operative Transformationsprozess und die Produktinnovationsoffensive werden unverändert fortgeführt, heißt es in einer Pressemitteilung des Rüstungsunternehmens.

Dies bestätigt auch Florian R. Bokermann, Leiter der Abteilung Public Affairs,  im Gespräch. Bokermann steht für die neue Öffnung der Unternehmens gegenüber den Medien. Über die Gründe für die Trennung von Norbert Scheuch gibt er sich jedoch bedeckt.

Unter den Mitarbeitern sorgte die Nachricht indes nicht für schlechte Stimmung,  war zu erfahren. Es  komme  bei HK ja des Öfteren vor, dass Mitarbeiter oder sogar Chefs von einem Tag auf den anderen nicht mehr da seien, meinten einige eher resigniert.  Vor Kurzem hatte sich HK vom Leiter der Produktstrategie, Marc Roth, getrennt.

Derzeit baut das Oberndorfer Unternehmen ein Werk im US-Bundesstaat Georgia zur Herstellung  von Sportwaffen. Auf rund 3700 Quadratmetern entsteht   eine Produktionsstätte in der Stadt Columbus – die erste eigene HK-Fertigung im Ausland. Die ersten HK-Pistolen made in USA sollen Ende 2018 das neue Werk im US-Bundesstaat  Georgia verlassen.

Die Auslastung des Waffenherstellers mit rund 700 Mitarbeitern in Oberndorf sei in diesem Jahr sehr hoch, bekräftigte der ehemalige Firmenchef   Scheuch noch im Mai im Gespräch. Die Auftragslage sei gut. Die ersten Waffen ans französische Militär seien bereits ausgeliefert. Im Polizeibereich des Nachbarlands bestehe ebenfalls Bedarf.
In der Belegschaft ist jedoch die Rede davon, dass es zu Produktionsstaus komme. Durch die Umstrukturierung gebe es zudem Qualitätsmängel, ist zu hören.  Auch hier gibt sich Bokermann auf Nachfrage recht zurückhaltend. Nur so viel: Es gelte, die Abläufe im Hause weiter zu optimieren.

Grundsätzlich infrage gestellt werde die Umstrukturierung, die Scheuch eingeläutet und auch nach außen kommuniziert hatte, jedoch nicht. Erst vor wenigen Wochen  hatte der Hauptanteilseigener der  HK-AG, Andreas Heeschen, dem Unternehmen ein Darlehen in Höhe von 50 Millionen Euro gewährt.  Bei der Aktionärsversammlung Mitte August  wurde  das Grundkapital der Gesellschaft von 21 Millionen Euro um 13,5 Millionen erhöht. Zur Zeichnung dieser neuen Aktien wurde  allein Heeschen zugelassen, der derzeit rund 10,7 Millionen  Anteile  an der Gesellschaft hält.  Damit wurde das Darlehen abgegolten. Der  Schuldenstand  sank  von 220 auf 170 Millionen Euro.

Auf HK kommt nun ein spannender "heißer Herbst" zu. Zu einen muss sich das Unternehmen einmal mehr nach einem neuen Chef umsehen. Zum anderen  wird  die Entscheidung des Verteidigungsministeriums  in Bezug auf den Nachfolger des Sturmgewehrs G 36 für die Bundeswehr erwartet. Bei dieser Ausschreibung, heißt es von Experten, hätten die Oberndorfer gute Karten. Gelaufen aber ist die zuletzt politisch aufgeladene Sache noch lange nicht.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Oberndorf

Marcella Danner

Fax: 07423 78-373

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