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Oberndorf a. N. Zusammenhalt auf dem Prüfstand

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Über "gute Menschen", Christsein, Engagement und Auswirkungen der Corona-Pandemie sprechen in der Stadtkirche St. Michael Lena Eith (BDKJ-Dekanatsleitung Rottweil, katholische Jugendarbeit, von links), Hans-Peter Schreijäg (Chefredakteur, Schwarzwälder Bote), Matthäus Karrer (Weihbischof, Diözese Rottenburg-Stuttgart) , Matthias Möhring-Hesse (Professor für Theologische Ethik, Universität Tübingen), Manuela Herz (Geschäftsführerin, Ärztetechnik Herz GmbH & Co. KG), Bernd Hamann (Sozialdezernent, Landkreis Rottweil) und Manuela Mayer (Regionalleiterin, Caritas Schwarzwald-Alb-Donau).Fotos: Zelenjuk Foto: Schwarzwälder Bote

Anderen Gutes tun, hilfsbereit sein, sich für Mitmenschen einsetzen und Verantwortung übernehmen: Das Engagement und seine Rolle in der heutigen Gesellschaft standen im Mittelpunkt des diesjährigen Caritas-Sonntags in Oberndorf.

Oberndorf. "Sei gut, Mensch!" Unter diesem Motto steht die Jahreskampagne des Deutschen Caritas-Verbandes 2020. Dass dieses "Gutsein" durchaus unterschiedliche Facetten hat, wurde beim Caritas-Sonntag in Oberndorf klar. Aber auch, wie wichtig das Engagement für die Gesellschaft ist – gerade jetzt in Corona-Zeiten.

Nach dem Eröffnungsgottesdienst in der Stadtkirche St. Michael und einem gemeinsamen Mittagessen im Gemeindehaus Don Bosco bekamen die Gäste Impulse und Denkanstöße beim Nachmittagsprogramm. Zunächst ging Matthias Möhring-Hesse, Professor für Theologische Ethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen, in seinem Vortrag darauf ein, welcher Kritik die "Gutmenschen" oft ausgesetzt sind. "Engagiert man sich nicht, muss man sich nicht rechtfertigen. Engagiert man sich aber für das Gemeinwohl, für die gemeinsame Sache, für andere, muss man sich rechtfertigen. Das ist ziemlich gemein, aber unvermeidbar", formulierte der Referent.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion – mit einigen technischen Problemen – tauschten sich die Vertreter der Kirche, der Wirtschaft, der Wissenschaft, des Ehrenamts und des Sozialdienstes darüber aus, was einen "guten Menschen" ausmacht. Hans-Peter Schreijäg, der Chefredakteur des Schwarzwälder Boten, moderierte.

Respekt und Empathie

Mitfühlend muss ein guter Mensch sein, ein stabiles Wertefundament haben und viel Mut, schilderte Manuela Mayer, Regionalleiterin bei der Caritas Schwarzwald-Alb-Donau, ihre Vorstellungen. Von einer Vorbildhaltung in der Gesellschaft sprach Sozialdezernent Bernd Hamann. Begriffe wie Respekt, Empathie und Achtsamkeit fügte Manuela Herz von der Epfendorfer Firma Ärztetechnik Herz hinzu. Weihbischof Matthäus Karrer von der Diözese Rottenburg-Stuttgart hob besonders den großen Stellenwert des Teilens hervor – ein guter Mensch teile seine Kompetenzen, seine Fähigkeiten, seine Zeit.

Wissenschaftlich sehr genau nahm es Professor Möhring-Hesse und verdeutlichte, dass es zwar einen guten Vater, einen guten Lehrer geben könne – es aber unmöglich sei, pauschal von einem guten Menschen zu reden.

Einig waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion jedenfalls, dass die Wertebasis und die Haltung eine entscheidende Rolle für jeden einzelnen Menschen und für die Gesellschaft insgesamt spielen.

Warum engagieren sich die Menschen? Lena Eith aus Bösingen, die in der katholischen Jugendarbeit aktiv ist, schilderte ihre eigenen Erfahrungen. "Es bringt mir persönlich richtig viel, wenn ich verschiedenen Menschen so viel mit auf den Weg geben kann. Das motiviert mich."

Manuela Herz hob hervor, dass sich das Wirtschaftliche und das Soziale nicht ausschließen, sondern sich gut miteinander vertragen können. "Auch im Unternehmen braucht es Gemeinschaft und Zusammenhalt, es braucht Innovationen für Problemlösungen. Es ist wichtig, dass wir aufeinander hören, dass wir in der Gemeinschaft miteinander arbeiten", sagte sie.

Neue Blickwinkel

Zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie meinte Sozialdezernent Hamann: "Gesellschaftlich zahlen wir einen hohen Preis." Manuela Herz fügte hinzu, ein besonderer Blick sollte gerade jetzt den Menschen gelten, die Krankheiten oder finanziellen Sorgen haben, die arbeitslos geworden sind. Auch Weihbischof Matthäus Karrer betonte: "Diejenigen, die vor Corona schon mit ihrem Leben gerungen haben, haben es jetzt besonders schwer."

Lena Eith meinte, dass die Corona-Krise neben allen Herausforderungen auch neue Chancen bringt und neue Blickwinkel eröffnet – auch auf den Bereich Engagement.

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