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Oberndorf a. N. Worte der Bergpredigt dringen neu ins Bewusstsein der Menschen

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Pfarrerin Friederike Heinzmann und Diakon Thomas Brehm tauschen "ihre Herzen" beim Friedensgruß. Foto: Holzer-Rohrer Foto: Schwarzwälder Bote

Oberndorf-Bochingen/Boll. Zum zweiten Mal versammelten sich Narros, Hansel, Schantle und Uhus in trauter Eintracht in der Bochinger Sankt-Mauritius-Kirche zum ökumenischen Gottesdienst.

Als "Narre mit Herz semmer do" – so begrüßte Diakon Thomas Brehm, den Bändel der Oberndorfer Aktion gut sichtbar am Gewand, die bunt gemischte Besucherschar, die die Kirchenbänke hinter dem Elferrat und der Garde füllte.

Die Bochinger Schantlekapelle begleitete die Lieder, spontan hakte man sich beim Nachbarn unter und schunkelte im Takt der Musik. "Nicht nur das Amen verbindet uns Protestanten und Katholiken, sondern heute ganz besonders die Freude an der Fasnet" – so nahm Pfarrerin Friederike Heinzmann das fröhliche Bild auf. In diesen Tagen der Freude und Ausgelassenheit, des Verschenkens der Gaben, des Umarmens fällt die zentrale Aussage der Schriftlesung "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" auf fruchtbaren Boden.

Das Evangelium jedoch, das dem "Auge für Auge und Zahn für Zahn" abschwor, das zu einer friedlichen Ausrichtung der Menschheit im Sinne der Bergpredigt aufrief, ging deutlich tiefer. Angesicht dessen aber, was sich in der heutigen Gesellschaft, in der Wirtschaft und Politik abspielt, bezeichnete Diakon Brehm in seiner Predigt Jesus als "coolen Träumer". Wie seine Träume aber zur Wirklichkeit werden können, das hatte er zwar in fasnetliche Reime verfasst, doch mit absolutem Tiefgang. In der Welt sei es "krumm", und auch vor der Kirche machte er nicht halt, denn die sei nur auf sich selbst konzentriert, "kriagt nix mit von de Leit, so dass es oin friart".

Jesus aber gehe es um eine Haltung, um eine ehrliche und aufrichtige Lebensgestaltung. Deshalb halte er den Spiegel vor, so dass jeder sein Eigentor erkennen könne. An der Fasnet aber mache man das Richtige, man sei auf den Nächsten konzentriert, mache ihm Freude, nehme ihn in den Arm. Deshalb würden die Narren ein gutes Beispiel abgeben, so dass die Worte der Bergpredigt wieder neu ins Bewusstsein der Menschen dringen.

Die Fürbitten waren auf ein verträgliches Miteinander ausgerichtet, gesprochen von den Hästrägern beider Gemeinden. Bedienen durften sich alle Gottesdienstbesucher aus den Körbchen mit Schokoladenherzen, die beim Friedensgruß ausgetauscht wurden. "Wir haben geschenkt und sind selbst beschenkt worden" – so Diakon Brehm, der damit den tiefen Sinn des Schenkens ansprach. Bunt wie das Narrenhäs, einmalig wie die Larve, köstlich wie die Schantle-Wurst, riesengroß wie des Uhus Ei und stark wie des Rössles Kraft – so wurde Gottes guter Segen beschrieben in dem Segenslied, das von Friederike Heinzmann umgedichtet wurde.

"Kirch isch aus – Narre raus" – doch nur bis auf den Kirchplatz, wo man bei Sekt und Fasnetsküchle weiter feierte.

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