Kirchengemeinderat sieht Nachwuchs in der Pflicht. Teilnehmer des Treffens finden keine überzeugenden Antworten.

Oberndorf - In seiner jüngsten Sitzung hatte der Kirchengemeinderat St. Michael die Oberministranten, die Leiterrunde der katholischen jungen Gemeinde (KjG) sowie die Diakone Michael Feldmann und Thomas Brehm zu Gast. Ziel war es, zu überlegen, wie beide Seiten – Kirchengemeinde und Jugend – wieder näher zusammenwachsen können und wie sich die Jugend wieder mehr im Gemeindeleben zeigen kann.

Schnell sei klar gewesen, heißt es in einer Mitteilung, dass die Jugend, die sich durch einen Generationenwechsel neu zusammenfinden muss und außerdem keine Ressourcen frei hat, um eine Jugendkirche oder ähnliches zu gestalten. Dafür war in den vergangenen Monaten die Aistaiger Kirche vorgeschlagen worden. Der Kirchengemeinderat erwartet von der Jugend etwa, dass sie mehr Gruppenstunden anbietet, um dadurch Kindern und Jugendlichen eine Gemeinschaft zu bieten, in der sie sich gut aufgehoben fühlen. Auch die Teilnahme an Gottesdiensten sowie die eigene Gestaltung von Jugendgottesdiensten ist gewünscht.

Fürs große Zeltlager gibt es Lob

Großes Lob gab es für die jährlichen Novenen, die Gemeinschaftsaktionen sowie das große Zeltlager. Froh ist die Kirchengemeinde über die nahezu selbstständige Verwaltung der KjG und deren Eigenständigkeit als Mitglied des Bundes der deutschen katholischen Jugend. Als problematisch betrachtet der Kirchengemeinderat es, dass die Stelle der geistlichen Leitung seit einem Jahr vakant ist. Kinder und Jugendliche geistlich zu begleiten, sei aber wichtig: Diese hätten oft Fragen, die sich im Familien- oder Freundeskreis häufig nicht beantworten lassen.

Auch die Jugendliche haben Wünsche: Sie möchten, dass der Jugendausschuss des Kirchengemeinderats wieder Sitzungen abhält. Dabei könnten Probleme oder Wünsche schneller besprochen werden. Das Gremium will schnell Abhilfe schaffen und eine Sitzung einberufen.

Des Weiteren wurde über die Frage diskutiert, wie man Kinder, Jugendliche und junge Familien wieder mehr für die Kirche begeistern kann. Von was fühlen sich junge Menschen angezogen? Eine überzeugende Antwort fanden die Teilnehmer des Treffens nichts. Allein an der Uhrzeit kann es etwa beim Thema Gottesdienst, er beginnt bereits um 9 Uhr, nicht liegen. Wünschenswert wäre eine öffentliche Diskussion über die empfundene Zu- beziehungsweise Abneigung zur Kirche. Dabei sollte sachlich argumentiert werden, nicht dass man nur die Limburger Verhältnisse und die Kirchensteuer vorschiebe, hieß es in der Runde. Zumal die neue Sinus-Studie zeige, dass sich Jugendliche wieder mehr für christliche Fragen interessierten und auf der Suche nach Spiritualität seien. Allerdings mit der Stoßrichtung: "Glauben ja, aber nicht unbedingt in der Kirche."