Heute bestimmen immer mehr kleine Hansel, Narro und Schantle den Umzug.Fotos: Archiv der Narrenzunft Foto: Schwarzwälder Bote

Narrensamen: Sonntag gehört Oberndorfs kleinen Narren / Bunter Reigen aus Kindern in Verkleidungen

Oberndorf. Der Sonntag gehört dem Narrensamen, den kleinsten Narren in Oberndorf. Am morgigen Sonntag hätte sich der erste Kinderumzug zum 113. Mal gejährt. Zunftarchivar Günter Danner erzählt, wie es überhaupt dazu kam, ergänzt durch die Recherchen von Günther Wolf.

In Wolfs Buch "Der Tag der ist so freudenreich" ist zu lesen, dass alle kleinen Kindernarren, als Mäschkerle oder Narrensamen bezeichnet, 1905 zu Kakao und Kuchen in den "Bären"-Saal eingeladen wurden. 100 waren dieser Einladung gefolgt. Wegen Regen und Schlamm hatte kein Umzug auf den Straßen stattfinden können. Dies könnte vielleicht der erste Kinderumzug gewesen sein, konstatiert Wolf.

1908 wurde der Kinderumzug offiziell von der Narrenzunft eingeführt, fand jedoch zunächst am Fasnets-Montag statt. Nach dem Umzug wurde es zur Tradition, sich im "Bären" zu "Chocolade zum Trinken" und einem Stück Kuchen oder Hefekranz zu treffen. Startpunkt des Umzugs, an dem sich oft auch ganze Schulklassen kostümiert beteiligten, war die Bahnhofsrestauration im Tal, die damals von Elferrat Fritz Laier betrieben wurde.

Damals schlüpften die Kinder nicht in erster Linie in ein Narrenkleid, sondern verkleideten sich als Cowboys, Clowns und andere. Günter Danner erinnert sich, wie viele seiner Kollegen aus der Narrenzunft auch, noch daran, dass er mal als Holländer, mal als Kaminfeger dabei war.

Heute führt der Umzug am Fasnetssonntag-Nachmittag von der Mauserstraße über die Kirchtorstraße und Hauptstraße zurück bis zum Schuhmarktplatz, wo die Elferräte für die Kinder, die am Umzug teilgenommen haben, weiße Brezeln und rote Würste als traditionelle Gabe der Narrenzunft verteilen.

Heute bestimmen mehr und mehr kleine Hansel, Narro und Schantle den Umzug, angeführt vom Zeremonienmeister, der Stadtkapelle in den zunfteigenen schmucken Bürgerwehruniformen, dem Elferrat, den Rössle und der "Riesendame". Den Schluss bildet aber immer, wie früher, ein bunter Reigen aus Kindern in Verkleidungen aller Art.

Der Elferrat würde es gerne sehen, wenn im nächsten Jahr auch die zahlreichen Kinder, die kostümiert am Straßenrand stehen, sich am Umzug beteiligen würden. Zur Tradition gehörte es auch, was leider in Vergessenheit geraten ist und nur noch vereinzelt zu sehen ist, dass sich Bürgerballgruppen des Vorabends in den Umzug einreihen. Der Nachmittag klingt dann in der Wasserfallturnhalle aus. n An den Fasnets-Hochtagen werfen wir einen Blick zurück auf die Anfänge der Oberndorfer Fasnet.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: