Das ehemalige Lehrerwohngebäude in der Wasserfallstraße ist nach Auskunft von Bürgermeisters Acker zu marode, um es zu erhalten. Foto: Danner Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Ehemaliges Lehrerwohngebäude soll fallen

Oberndorf. Neben dem ehemaligen Lehrerwohngebäude in der Lindenstraße, das derzeit zu einem Mehrgenerationenhaus ausgebaut wird, gibt es in Oberndorf noch ein zweites Bauwerk, in dem einst Lehrer untergebracht waren. Und das soll – wenn es nach dem Willen von Bürgermeister Hermann Acker geht –abgerissen werden.

 

Am oberen Ende der Wasserfallstraße stand die ehemalige Härdtner’sche Uhren- und Silberwarenfabrik. Wie der verstorbene Oberndorfer Zeichner Erwin Eberhardt in seinem Bilderbogen beschreibt, wurde sie 1898 von der Stadt gekauft, die dort zwei Schulräume für die evangelische Volksschule einrichten ließ. Das Wohnhaus diente als Unterkunft für die evangelischen Lehrer.

In den 1950er-Jahren waren im ehemaligen Lehrerwohngebäude Räume an die Fahrschule Fritz Mutschler verpachtet. Dort konnten begeisterte Zweiradfahrer die "Horex Regina" – ein Motorrad – ausleihen, schreibt Eberhardt.

Zuletzt waren in dem Haus Sozialwohnungen. Im Sommer habe man die dort einquartierten Flüchtlinge jedoch anderweitig unterbringen müssen, sagt Bürgermeister Acker auf Anfrage unserer Zeitung. Der Zustand des Hauses sei zu schlecht, um es noch bewohnen zu können. Deshalb plane die Stadtverwaltung, es abzureißen und die frei werdende Fläche mittelfristig für eine Erweiterung des angrenzenden Wasserwerks zu nutzen. Die Kosten für den Abbruch will Acker in die anstehenden Haushaltsberatungen einbringen.

Kenner und Bewahrer der Oberndorfer Heimatgeschichte betrübten diese Aussichten. Ihrer Meinung wurde es vor Jahren schlicht versäumt, das aus ihrer Sicht erhaltenswerte Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen.