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Oberndorf a. N. Verkehrsrowdys gefährden Arbeiter

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Spätestens, wenn Autofahrer hier ankommen, müssen sie wieder umdrehen. Foto: Fuchs

Oberndorf - Verkehrsschilder lesen scheint eine Kunst zu sein oder mit dem Navigator auch aus dem Trend zu kommen. Die Befürchtung haben die Bauarbeiter auf der L 415. Am laufenden Band finden sie Autos auf ihrer Baustelle, die nicht dort sein dürften.

Ja, es zieht sich. Und das nach jetzigem Stand voraussichtlich noch bis Ende April 2020. Vor allem für die Pendler zwischen Oberndorf und Boll oder Bochingen ist es sicherlich frustrierend, wegen der Baustelle den Umweg über Altoberndorf auf sich nehmen zu müssen. Das ist jedoch kein Grund, geltende Verkehrsregeln zu ignorieren, stellt Henry Schröder, Polier der Baustelle auf der L 415, klar. "Ein roter Kreis mit einer weißen Mitte bedeutet, dass da niemand durch fahren darf."

Lediglich die Anwohner, die in der Eichendorffstraße wohnen, die in die Kurve mündet, haben eine Sondergenehmigung. Es sind jedoch nicht nur Anwohner, die pausenlos an der Ampel oberhalb der Kurve ankommen und ein paar Meter weiter von Henry Schörder und seinen Kollegen empfangen werden. Hier geht es nicht weiter. Nur in der kurzen Zeit, in der er die Situation erklärt, muss er seine Ausführungen zweimal unterbrechen, um herannahende Autos anzuhalten, ihnen zu sagen, wo sie umdrehen können und wie sie nach Oberndorf kommen.

"Das ist nicht nur lästig, sondern auch gefährlich", erklärt er. "Es gibt keine Tageszeit, zu der hier niemand unerlaubt versucht, durch zu kommen. Auch nachts nicht."

Firma säße mit im Boot

Und wenn doch einmal jemand in den Graben, den sie gerade am Straßenrand ausheben, hineinfallen sollte, gelte die Firma als mitschuldig. "Wir haben deswegen schon Absperrungen und Ampeln für die Anwohner und ein 30er-Schild aufgestellt." Außerdem sei aus der Richtung Boll auf allen Schildern Oberndorf durchgestrichen. Wenn es auf die L 415 geht, kommt man endgültig an eine Absperrung, die man nur umgehen kann, wenn man alle Verkehrsregeln ignoriert. "Was sollen wir denn noch machen?", fragt sich Schröder. "Wir machen unseren Job, und wenn dann doch etwas passiert, sitzen wir trotzdem mit im Boot." Doch nicht nur für die unachtsamen Autofahrer birgt die Baustelle Gefahren, sondern auch für die Arbeiter selbst. "Man hat Angst, wenn man auf einer Straße steht, um zu arbeiten und dann Autos unerlaubterweise mit 100 Sachen den Berg herunter kommen", meint ein Mitarbeiter von Schröder. Er schaue sich immer öfter um.

Nun gut, wer die Zeitung liest, weiß nun Bescheid. Mehrheitlich sind es jedoch Autos mit ortsfremden Kennzeichen, die in die Baustelle geraten. Es gelte aber trotzdem eine Verkehrsordnung, meint Schröder. Dafür seien die Schilder schließlich da. "Bei all den Absperrungen und Hinweisen könnte man auch als Ortsfremder auf den Gedanken kommen, dass man da nicht weiterfahren sollte."

Umleitung gut beschildert

Die Umleitung sei im Übrigen ab der Autobahn sehr gut ausgeschildert, erklärt Susanne Grimm-Graf. Sie und ihr Mann gehören zu den Anwohnern. "Wir haben mittlerweile einen freundlichen Kontakt zu den Mitarbeitern der Baufirma, und es scheint, als gehörten wir Anwohner zu den wenigen Verkehrsteilnehmern, die sich an die Umleitung halten." Die Autofahrer verlassen sich zu sehr auf ihre Navigatoren, weiß Grimm-Graf. "Sie würden wohl auch in ein Gewässer hineinfahren, wenn das Navi ihnen das sagen würde." Um nächtliche Unfälle zu verhindern, so die Anwohnerin, haben die Bauarbeiter jeden Abend nach der Arbeit eine zusätzliche Absperrung errichtet, indem sie einen großen Bagger hinter den Baken stellten. "Der macht eine Durchfahrt unmöglich, auch wenn die Baken beseitigt werden sollten. Die Arbeiter haben die Ignoranz und Faxen der dreisten Verkehrsteilnehmer dicke."

Das volle Ausmaß des Problems war der Polizei nicht bekannt. "Wir haben dort nachts schon öfter kontrolliert, weil Absperrungen dann gerne ignoriert werden", erklärt Ulrich Effenberger, Leiter des Polizeireviers Oberndorf. "Dass dort auch tagsüber derart viele Autos auf die Baustelle fahren, ist uns neu." Das werde nun genauer überprüft, um dann dementsprechend handeln zu können. "Gesperrt-Schilder sind eindeutig, und dementsprechend ist es natürlich auch möglich, Sanktionen über die Fahrer zu verhängen, die sie ignorieren."

Bereits vor einem Jahr haben wir mit Anwohnern gesprochen:

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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