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Oberndorf a. N. Theoretisch genug Stellplätze

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Eine Schranke könnte Dauerparkern im Parkhaus Wettestraße entgegenwirken. Foto: Danner Foto: Schwarzwälder Bote

Die mit Abstand am intensivsten genutzten Parkplätze im Stadtgebiet finden sich am Talplatz. Das Parkhaus Wettestraße könnte mehr Umschlag vertragen. Die sind zwei Erkenntnisse, die das mit dem Parkraumkonzept beauftragte Büro Kölz gewonnen hat.

Oberndorf. Vergangenes Jahr hatte die Fraktion der Freien Wähler beantragt, das Parkraumkonzept für die Ober-und Talstadt zu überprüfen und gegebenenfalls fortzuschreiben. Insbesondere vor dem Hintergrund der Neuentwicklung des Brauereiareals und der geplanten Neugestaltung des gesamten Talplatzumfelds sowie durch entfallende Stellplätze aufgrund verschiedener Bauprojekte in der Oberstadt und der Talstadt. Vor allem die Kompensation von Parkflächen in den Bereichen "Wöhrd", Wasserfallstraße und Hochbrücke galt es zu untersuchen und geeignete Lösungsansätze aufzuzeigen. Ferner sollte die Auslastung der Parkplätze mittels einer Funktionsanalyse hinsichtlich Nutzung, Dauer und Belegungssequenz aufgearbeitet werden, so hieß es in der Beratungsvorlage des Ausschusses für Technik und Umwelt (TUA). 20 000 Euro sind dafür im Haushalt eingestellt.

Markus Schaible von Planungsbüro Kölz trug die Ergebnisse in der TUA-Sitzung am Mittwoch vor. Zur Analyse hatte man auch auf Vergleichszahlen aus dem Jahr 2002 zurückgegriffen, die sich Rahmen der damaligen Verkehrsentwicklungsplanung ergeben hatten. Untern Strich gebe es heute ein erhöhtes Angebot an Stellplätzen, so Schaible.

Am Tag der Bestandsanalyse – 24. Oktober 2019 – hatte das Büro über einen Zeitraum von elf Stunden auch die Fluktuation festgehalten – also wie lange wird ein Parkplatz überhaupt genutzt. In Oberndorf sind die Parkplätze bekanntlich gebührenfrei, die Nutzung ist zum Teil jedoch zeitlich begrenzt.

Problem Dauerparker

Die Planer kamen zum Ergebnis, dass das Parkhaus Wettestraße durchaus intensiver genutzt werden könnte, wenn es nicht so viele Dauerparker gebe. Bürgermeister Hermann Acker merkte dazu an, dass dieses Problem bereits wiederholt im Kernstadtbeirat diskutiert worden sei. Denn dieses Parkplätze seien eigentlich für Kurzparker gedacht. Im Erdgeschoss ist die Parkzeit werktags auf zwei Stunden begrenzt.

Da einer der beiden städtischen Ordnungsbeamten bereits seit längerem nicht im Dienst sei, lasse die Personaldecke eine Kontrolle der Parkscheiben nicht zu. Man überlege nun, ein Schranke zu installieren. Wer eine Berechtigung vorweisen könne, wie etwa eine Anzahl von Schwarzwälder-Bote-Mitarbeitern, könne länger parken. Der Rest müsse eben zahlen, wenn er das Parkhaus länger als zwei Stunden nutze.

Demnächst steht die Sanierung der Tiefgarage Kameralhof an. Um während dieser Arbeiten einen Ausgleich zu schaffen, regte Markus Schaible an, auf dem Brauerei-Areal einen provisorischen Parkplatz zu schaffen. Er betonte, dass es sich dabei nur um eine Zwischenlösung handeln könne, "denn irgendwann kommt ja auch mal der Tag, wo man über eine andere Nutzung des Areals nachdenkt."

Durch die Neugestaltung des Talplatzes, so rechnete er vor, würden entlang des Schweizermühlengässles sowie auf dem Brauerei-Areal neue Parkplätze geschaffen, die den Wegfall jener bisher direkt auf dem Taplatz gelegenen kompensieren sollen. Unterm Strich ergäben sich im Tal somit sogar mehr Stellplätze, als jetzt.

In der Oberstadt fallen mit den Bauvorhaben auf dem Wöhrd (Investor Hopf) und auf dem Parkplatz in der Wasserfallstraße (Wohnheim Lebenshilfe) über kurz oder lang viele Stellplätze weg. Hier sehen die Planer entlang der Wasserfallstraße sowie der Brandeckerstraße Kompensationsmöglichkeiten. Zudem bringe die Aufstockung des Parkhauses Wettestraße zusätzliche 55 Plätze – bei gegenläufiger Befahrbarkeit Brandeckerstraße – also einer Ein- und/oder Ausfahrt auch direkt aus dem neuen Stockwerk. Theoretisch also gebe es in Oberndorf genügend Parkplätze.

Freie-Wähler-Stadtrat Jens Glatthaar hielt die Lösungsansätze aber in der Praxis für "nicht optimal". Seiner Meinung nach nutzen Stellplätze weit hinten in der Wasserfall- oder der Brandeckerstraße nicht viel. Er wünscht sie sich zentrumsnah und sieht "schon eine gewisse Not an Parkraum in der Oberstadt".

Nicht in Stuttgart

Bürgermeister Acker pflichtete ihm bei, dass man hier in Oberndorf und nicht in Stuttgart sei, und viele Menschen direkt vor den Geschäften parken wollten. Das werde aber sicherlich nicht immer möglich sein. Dauerparker sollten an den Rand der Stadt gedrängt werden, so Acker. Zudem reagiere die Stadt mit der Aufstockung des Parkhauses Wettestraße.

Für CDU-Stadtrat Peter Gaberele ist dies hingegen noch keine beschlossene Sache. Er frage sich, weshalb man diese teure Aufstockung brauche. Schließlich sei das Parkhaus ja gerade zum Zweck der Kompensation gebaut worden, wenn die Plätze auf dem Wöhrd durch eine Bebauung wegfallen. Bürgermeister Acker führte noch andere Gründe ins Feld – etwa Ausgleichparkflächen für den Schwarzwälder Boten zu schaffen.

Am kommenden Dienstag wird das Parkraumkonzept dann im Gemeinderat diskutiert.

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