Die Musiker begeistern mit dynamischen Feinheiten. Foto: Weber Foto: Schwarzwälder-Bote

Vogtland Philharmonie eröffnet mit Georg Mais und Byol Klang die Reihe der Meisterkonzerte in der Klosterkirche

Von Alwin Weber

 

Oberndorf. Die Meisterkonzerte 2013/2014 in der Klosterkirche eröffnete Dirigent Georg Mais zusammen mit Solistin Byol Kang und der Vogtland Philharmonie mit einem Konzert klassischer Musik.

Die Ouvertüre zur Oper "Die Hochzeit des Figaro" KV 492 von Wolfgang Amadeus Mozart stand am Anfang. Damit konnten sich die Gäste in Orchester und Orchesterführung einhören. Dass es bei der Besetzung der Vogtland Philharmonie nicht an Klangfülle fehlen kann, ist selbstverständlich. Mozarts Musik zeigte aber auch die optimale Abstimmung unter den einzelnen Registern, und dass Dirigent Georg Mais das Volumen des Orchesters klug zu nutzen wusste, um auf alle dynamischen Feinheiten einzugehen.

Über das Violinkonzert D-Dur, op. 61 von Ludwig van Beethoven ist im "Lexikon der Musik" zu lesen: "Dieses Werk gilt als bedeutendstes Konzert der Musikliteratur und ist Prüfstein für jeden Violinisten." Allein der Umfang des D-Dur-Violinkonzertes ist enorm. Nach einer doch überraschenden Einleitung mit vier Paukenschlägen wird das Hauptthema vom Orchester oft in Tutti-Sätzen vorgestellt, bis sich das Soloinstrument vorstellen darf.

Schon beim ersten Einsatz der Solistin konnte man sicher sein, Außergewöhnliches geboten zu bekommen. Dass Byol Kang technisch ihr Instrument mit traumwandlerischer Sicherheit beherrscht, war klar. Doch welche Schönheit und Wärme lagen in diesem Spiel, die weit über bloße "Technik" hinauswiesen.

Das Orchester entfaltete im Zusammenspiel mit Byol Kang beglückende Klangschönheit.

Großen Anteil am Gelingen der Aufführung dieses exemplarischen Werkes hatte Georg Mais, der ohne Dirigentenstab mit "sprechenden Händen" Solistin und Orchester zu einer harmonischen Einheit verschmolz. Ein Höhepunkt des Violinkonzertes dürfte die große Kadenz im ersten Satz gewesen sein, die, gespickt mit Doppelgriffen und Trillern, Byol Kang als Technikerin mit goldener musikalischer Seele hinreißend spielte.

Das Larghetto-attaca zeigte sich als Inbegriff dessen, was "Wiener Klassik" bedeutet. Im Rondo war die Eleganz des Spiels der Solistin trotz technischer Extremanforderungen kaum zu übertreffen. In der Zugabe nach begeistertem Applaus (Largo aus der dritten Violinsonate von J. S. Bach) hätte in der Klosterkirche eine Katze auf Samtpfoten noch Lärm gemacht. Die Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 "Italienische" von Felix Mendelssohn Bartholdy stand nach der Pause auf dem Programm. Strahlend, spritzig, in volltönendem A-Dur wird vom Orchester sofort das Hauptthema des ersten Satzes vorgestellt. Volltönende Bläser, elegante Streicher, machtvoll bringt die Vogtland Philharmonie immer wieder das Hauptthema. Georg Mais konnte mit dem Orchester alle dynamischen Abstufungen bis zum strahlenden Satzschluss auskosten.

Das Andante wurde ernst, getragen, doch auch sehr "cantabile" musiziert. Hier wie auch im dritten Satz, der doch im Gegensatz zur Einleitung steht, herrliches Musizieren. Das abschließende "Saltarello Presto" in einem schnellen 6/8-Takt bot noch einmal hinreißende, temperamentvolle Musik.

Großer Applaus dankte Georg Mais und der Vogtland Philharmonie für einen geglückten Abend mit herrlicher klassischer Musik.