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Oberndorf a. N. Spielball der sogenannten Klassenkameraden

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Liz (Yasmin Dittmann) und DJ (Fabian Mardjetko) schmieden Mobbing-Pläne. Foto: Schwarzwälder-Bote

Wie dramatisch Mobbing sein kann, zeigt das Musical "Atemlos", geschrieben von Jutta Hamprecht-Göppner und Tobias Wenkemann, das in Oberndorf in der ehemaligen Klosterkirche von Schülern der Ivo-Frueth-Schule aufgeführt wurde.

Oberndorf. Es berührte, machte betroffen und ließ doch einen Hoffnungsschimmer zurück. Rolf Biedermann vom Bündnis Oberndorfer Schülerinnen und Schüler für Zivilcourage gegen Mobbing ("Boss") begrüßte das Publikum. Hinzuschauen sei bei diesem Thema wichtig. "Boss" hätte in der Vergangenheit schon viele Preise für Zivilcourage an Schüler vergeben können, berichtete er.

Anschließend sprach Schulsozialarbeiter Daniel Stammler einführende Worte und gab die Bühne für einen Ausdruckstanz frei, den die Tanzgruppe der Verbundschule gemeinsam mit der Tanzschule Gayer einstudiert hatte.

Volker Rückert, der die Leitung des Musicals übernommen hatte, führte in jenes ein und berichtete, dass sich die Schüler intensiv mit dem Thema beschäftigt hätten.

Ganz normaler Schulalltag zeigte die Anfangsszene des Stückes: Die Hausaufgaben werden in letzter Minute abgeschrieben. Gleich zu Anfang des Musicals wird klar, dass Bea (Nena Bloch) das Opfer ist. Ihre Gegenspielerin heißt Liz (Yasmin Dittmann) und hat zahlreiche Unterstützer und Mitläufer, die ihr helfen, Bea mit allen Mitteln fertigzumachen. Yasmin Dittmann spielt überzeugend und fällt kein einziges Mal aus der Rolle. Nena Bloch stellt Bea als typisches Opfer dar und erweckt Mitleid bei den Zuschauern.

Chor singt Lieder

Die Lehrer im Musical agieren teilweise lustlos und gelangweilt und machen unpassende Bemerkungen zu Beas Strebsamkeit. Der Chor, begleitet von Volker Rücker am Piano, sang Lieder, die die Gegebenheiten und Gefühle der Schüler widerspiegelten.

Eine der Schlüsselszenen des Stückes zeigen Liz’ Familienverhältnisse: In einer einfachen Szene werden sie ohne viele Worte dargestellt, dafür umso eindrucksvoller: Der Vater sitzt auf einem Stuhl und trinkt Bier, die Mutter steht in der Mitte eines Kreises aus leeren Bierflaschen und lässt den Kopf hängen. Liz versucht mit ihrer Mutter zu sprechen, doch dringt nicht zu ihr durch. Diese Szene wirft die Frage auf, ob Täter nicht oft Opfer sind. Im Mittelpunkt stehen auch die Mitläufer, die tatenlos zusehen, wie Basti, (Luzian Ruof), der Bea eigentlich mag. Oder Eva (Djamila Elmar), selbst ehemaliges Opfer.

Auch im Sport wird Bea drangsaliert. In einer dramatischen Szene geht sie zu Boden, umzingelt von ihren Mitschülern, die Bälle auf sie abfeuern. In der Lehrerkonferenz wird beschlossen, einen Sozialarbeiter (Johann Röd-ler) zu beschäftigen, der es richten soll. Dieser ist überarbeitet und wirkt nur lächerlich. Bea bleibt der Spielball für ihre Mitschüler.

Der Titelsong "Atemlos" beschreibt Beas Zustand zwischen Verzweiflung und Resignation. Die Zuschauer sind ergriffen. Als Basti sich Bea nähert und sagt, er habe nie mitgemacht, ist diese wütend. Sie meint, nur zuzusehen sei das Schlimmste. Mit dem Song "Mal wieder nur zugesehen", wird der Zwiespalt der Mitläufer dargestellt, die nicht den Mut finden, etwas zu tun, aber doch helfen wollen. Auch Basti geht es so.

Gemeinsam mit Eva beschließt er jedoch am Ende des Musicals, in Zukunft den Mut aufzubringen, Partei zu ergreifen.

Nach gebührendem Applaus bedankte sich Schulleiterin Anja Scholz bei allen Mitwirkenden, besonders bei Volker Rückert.

Ihre Redaktion vor Ort Oberndorf

Marcella Danner

Fax: 07423 78-373

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