Max Mannchen kümmert sich um das spröde gewordene Leder in der Mauser-Limousine im Waffenmuseum. Foto: Roth Foto: Schwarzwälder-Bote

Lederrestaurator Mannchen bringt Sitze auf Vordermann / "So etwas wird heute nicht mehr hergestellt"

Von Elfi Roth Oberndorf. Seit einigen Tagen ist der Lederrestaurator Max Mannchen im Oberndorfer Waffenmuseum an der Arbeit: Er ist damit beauftragt, die schwarzen Ledersitze im weltweit wohl einzigen noch vorhandenen Personenkraftwagen seiner Art, gebaut von der Firma Mauser 1928, zu reinigen und zu restaurieren. Das Leder auf den Sitzen war im Laufe der Jahre hart und spröde geworden und hatte Risse bekommen.

Mannchen ist als Lederrestaurator spezialisiert auf alte Fahrzeuge mit Lederausstattung. Als die Waffenproduktion bei Mauser nach dem Ersten Weltkrieg infolge des Versailler Vertrags eingestellt werden musste, spezialisierte sich die Firma auf Messwerkzeuge, Rechenmaschinen und Automodelle.

Das Fahrzeug im Museum gehörte einst einem Dornhaner, der es 1959 nach Reno (USA) verkaufte. Dort wurde der Wagen im Museum ausgestellt. 1982 kaufte die Stadtverwaltung das wertvolle Stück zurück. Seit Jahren ist ist es inzwischen im Waffenmuseum zu besichtigen.

"Das Leder hier im Auto ist von einmaliger Qualität, es ist mit viel Aufwand einseitig pflanzlich gefärbt, und so etwas wird heute nicht mehr hergestellt", erzählt Mannchen. Daher sei es ihm wichtig, das historische Material in der ursprünglichen Form zu erhalten.

Er benutzte ein Spezialmittel zur Reinigung und zur Lederaufbereitung, befestigte lose Lederteile an den Autotüren, hatte die Sitze ausgebaut, und wird die behandelten Sitze wieder einbauen.

Allerdings betonte er auch, dass die Spuren der Risse in dem historischen Leder nicht ganz zu tilgen seien.

Die Aktion wird maßgeblich gefördert von Mauser-Maschinenbau, wie Museums- und Archivleiter Andreas Kussmann-Hochhalter sagte.

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