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Oberndorf a. N. Spedition Jüngling Kulisse für Kinofilm

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Oberndorf-Bochingen - Im fahlen Licht der Straßenlaterne im Bochinger Gewerbegebiet "Rankäcker" parkt ein Fluchtwagen. Schwarz maskierte Einbrecher stürmen aus dem Gebäude der Spedition Jüngling und steigen ins Auto. "Gekauft", tönt es aus der Dunkelheit. Unter Filmleuten heißt das soviel wie: "Die Szene ist gut, die können wir einbauen." Das Firmenareal von Oliver Hauer diente am Wochenende als Kulisse für einen Thriller, der nächstes Jahr ins Kino kommen soll.

Wo sonst geschäftiges Be- und Entladen die Szene beherrscht, wird von Freitagabend bis Montagfrüh nur geflüstert. "Ruhe bitte – wir drehen." Wer sich dennoch bewegen muss, tut dies auf Zehenspitzen.

An die 30 Menschen haben die Spedition in Beschlag genommen. Filmtechniker, Regisseur, Drehbuchautoren, die Leute, die fürs leibliche Wohl der Crew zuständig sind.

Dazu kommen natürlich noch die Schauspieler. Die Hauptakteure sind Profis. Hauptdarsteller Philipp Strauß etwa war in der VOX-Serie "Das Wichtigste im Leben" neben Jürgen Vogel in einer Nebenrolle zu sehen. Linda König ist bekannt aus der Daily-Soap "Unter uns". Klara Höfels spielte im deutschen Erfolgsfilm "Toni Erdmann" mit, und Christian Pätzold kennt man aus "Die Kirche bleibt im Dorf".

Das Filmteam besteht zu großen Teilen aus Mitgliedern des Vereins "Film Theater Forum" Horb. Sie sind allesamt Laien. Regisseur und Autor Thomas Fischer ist im Hauptberuf Grafiker, Drehbuchautor Uwe Kotschner verdient sein Geld als Lehrer.

Sie als Amateure zu bezeichnen, würde ihnen dennoch nicht gerecht. Denn der Verschwörungsthriller "Libra – Sie kennen deine Schuld, und sie vergessen nicht", ist nach "herzkalt" bereits der zweite abendfüllende Spielfilm, den die Crew realisiert.

Einen dreiwöchigen Drehblock absolviert das Team gerade. Gefilmt wird in Waldachtal, in Empfingen, Pfalzgrafenweiler, Tübingen oder auch Freudenstadt - und eben in Bochingen. Das Drehbuch sieht eine Spedition als Handlungsort vor. Das "Film Theater Forum" hat also seine Fühler nach einer passenden Location ausgestreckt und ist schließlich bei Oliver Hauer und dessen Spedition Jüngling gelandet. Den Kontakt stellte der Oberndorfer Jörg Häußermann her.

Statistenrolle für den Firmenchef

Für Oliver Hauer gibt es von Seiten der Filmcrew viel Lob. "Schön, dass es noch Menschen gibt, die so flexibel und offen sind", sagt Dirk Arnold vom Horber Verein. Geld kann der Unternehmer nämlich keines dafür erwarten, dass er seine Gebäude für die Dreharbeiten zur Verfügung stellt. Eine kleine Statistenrolle als Lkw-Fahrer aber sehr wohl, erzählt Hauer lachend.

Die Liebe zum Film ist allen Akteuren gemein. Sie agieren ehrenamtlich. Selbst die Profischauspieler verzichten auf eine Gage.

Im Lager gehen derweil die Filmaufnahmen weiter. Das Set ist eingerichtet, alle sind eingewiesen, die Maskenbildnerin zupft noch schnell die Sturmmaske von Philipp Strauß zurecht. Alle Handys sind ausgeschaltet, damit kein Klingeln die Szene stören kann. Dann kommt es vor laufender Kamera zum Kampf. Ein Protagonist stürzt in die Tiefe. Tatsächlich fällt er natürlich nur auf eine Matratze in einem Lastenaufzug. Aber für die Zuschauer wird der Fall später spektakulär aussehen. Das Ganze dauert keine 30 Sekunden. Die Vorbereitungen nehmen die meiste Zeit in Anspruch. Und wenn ein Qualitätsstreifen über die Leinwand flimmern soll, muss halt jedes Detail passen. Das kann schon mal bis morgens um sechs dauern. Das "Film Theater Forum" hat schließlich einen hohen Anspruch an sein Produkt.

Etwa ein Jahr wird dann noch die Nachbearbeitung – vom Schnitt bis hin zur Komposition der Filmmusik – dauern. Im Herbst 2020 soll "Libra" in die Kinos kommen. Premiere wird im Kurtheater in Freudenstadt sein.

Montagfrüh ist die Crew weg. Die Laternen sind schon lange ausgeschaltet. In der Spedition geht wieder alles seinen gewohnten Gang. Hier ist das Abenteuer erst mal vorbei. Vielleicht geht es ja im Oberndorfer Kino im kommenden Jahr weiter.

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