Nein, ein Feuer will an diesem Tag einfach nicht klappen... Foto: Schwarzwälder-Bote

16 Kinder sind beim Oberndorfer "Sommerspaß" fasziniert vom Leben vor 10 000 Jahren

Von Elke Reinauer

Oberndorf. Gab es in der Steinzeit Handys? Wie erzeugten die Menschen vor 10 000 Jahren Feuer? Was ist Steinzeit-Tee? Diesen Fragen gingen 16 Kinder im Rahmen des Ferienprogramms "Sommerspaß" auf den Grund.

Im Museum Schwedenbau wurde eifrig gewerkelt. Ein kleiner Junge sägte an einem Stück Holz. "Das wird ein Schwirrholz", sagte er. "Ist ganz schön anstrengend." Ein Schwirrholz hat eine flache, ovale Form.

"Das ist das Handy der Steinzeit", meinte Betreuerin Michaela Schmiedel lachend. Das Holzstück wird an einer Schnur befestigt und dann durch die Luft gewirbelt, sodass ein vibrierendes Geräusch entsteht. Es wurde von den Steinzeitmenschen als Musikinstrument und für Rituale verwendet. Anders als vor 10 000 Jahren, bemalten es die Mädchen und Jungen mit bunten Filzstiften.

Am Nebentisch bohrten Kinder Löcher in Muscheln und Knochen. "Wir machen Steinzeitschmuck", sagte ein Mädchen und zeigte stolz ihre Kette aus weißen Hühnerknochen und Muscheln her. "Dafür haben wir ganz schön viel Hühnchen gegessen, um Knochen zu bekommen." Auch der Schmuckbeutel wurde von den Kindern aus Leder angefertigt.

An einem anderen Tisch entstanden Lampen. "In der Steinzeit nahm man dafür Tierfett, wir nehmen Paraffin", erläuterte Michaela Schmiedel. Sie goss das flüssige Fett in ausgehöhlte Steine. Jedes Kind bekam dann die "Steinzeitlampe" mit nach Hause.

Bevor die Kinder sich ausprobieren konnten, gab es eine Einführung über die Steinzeit und das Leben der Menschen.

Zum Leben damals gehörte auch das Feuermachen. Das konnten die Kinder vor dem Schwedenbau unter der Anleitung von Museumsleiter Andreas Kussman-Hochhalter mit einem Holzquirl und Feuersteinen üben.

"Gar nicht so einfach", bemerkte ein kleiner Junge, der mit einem Holzstab auf einem Stein rieb. Es sprühten zwar Funken, aber das Feuer kam nicht in Gang.

"Im vergangenen Jahr haben wir das im Museum probiert, weil wir dachten, das funktioniert sowieso nicht. Und da hat’s dann geraucht. Deshalb sind wir jetzt draußen, in der Hoffnung hier ein Feuer zu entfachen", sagte Kussmann-Hochalter.

Einen Feuerbogen, Zunderschwamm (ein Pilz) und Distelsamen lagen als Hilfsmittel bereit. Nach vielen Versuchen gaben die Kinder schließlich auf.

"Wir modernen Menschen, hätten in der Steinzeit wohl nicht überlebt", so Kussmann-Hochhalter. "Und die Steinzeitmenschen könnten mit einem Smartphone wahrscheinlich nicht umgehen." Die Kinder seien fasziniert von anderen Welten und mit viel Engagement bei der Sache. Zurück im Museum bereitete Kussmann-Hochhalter "Steinzeit-Tee" zu. Es zischte und blubberte, als er glühend heiße Steine in eine Schüssel mit kaltem Früchtetee gab. "So ging kochen damals. Dazu wurde ein Loch in den Boden gegraben, mit Fellen ausgelegt, dann mit Flüssigkeit gefüllt und mit heißen Steinen erhitzt", erklärte er.

"Schmeckt nach Stein", meinte ein Junge, aber der Rest der Truppe fand’s lecker. Neben Schmuck, Lampen und Schwirrhölzern nahmen die Kinder auch viel Wissen über die Zeit vor 10 000 Jahren mit nach Hause.

u Der nächste "Sommerspaß" findet am kommenden Dienstag, 11. August, 9 Uhr, im Museum im Schwedenbau statt. Dann geht es kreuz und quer in einer historischen Schnitzeljagd durch Oberndorf. Anmeldungen sind direkt im Museum möglich.