Musikalische Narren sind am Samstag auf dem Lindenhof unterwegs
Oberndorf (idi). Die Gesellen mit den Kitteln und Hosen aus kariertem Metzgerleinen, das mit bunten Flecken und Plätzle besetzt ist und den aus Lindenholz geschnitzten Masken mit markanten Zinken im Gesicht werden auch dieses Jahr wieder knitz grinsend am letzten Samstag vor dem großen Narrensprung auf dem Lindenhof unterwegs sein. Trommeln und Schellenbaum, später auch die Akkordeons sind schon von weitem zu hören und stimmen die Bewohner auf der Höhe auf die Fasnet ein.
Es ist die Schantlekapelle vom Lindenhof, die hier mit ihrem Wagen unterwegs ist um die Menschen daran zu erinnern, dass Fasnet ist. Dies ist schon lange so – man könnte sagen, es ist ein guter alter Brauch und eine Tradition. Wie lange genau, dass weiß niemand so wirklich. Aber schaut man in die Archive, müsste die Schantlekapelle dieses Jahr eigentlich 50 Jahre alt sein.
Georg "Schorschi" Zach ist eines der Gründungsmitglieder, und er spielt heute noch mit, obwohl er im Januar 80 Jahre alt geworden ist.
Seit 40 Jahren Dirigent ist Günter Kalmbach, der Mann mit Frack und Zylinder. Auf sein Kommando hören die 13 bis 15 Schantle. Unter den Masken stecken übrigens nicht nur Männer. Auch Frauen haben Spaß an den Auftritten über die Fasnet. Es ist ein bunter Haufen, der da unterwegs ist. Der jüngste Schantle ist 16 Jahre alt. Am kommenden Samstag um 9 Uhr treffen sie sich beim Sportheim auf dem Lindenhof Dieses Jahr haben sie zuerst einen Besuch auf dem Friedhof eingeplant, um der im vergangenen Jahr verstorbenen Angehörigen der Schantlekapelle zu gedenken. Danach geht es weiter ins " Hotel Garni" und in den "Real-Markt". Nach der Mittagspause ist der alte Lindenhof an der Reihe wo die Menschen sich seit Jahrzehnten auf die Schantlekapelle freuen. Aber nicht nur zur Fasnet sind die Hobbymusiker aktiv. Man trifft sich auch das Jahr über ab und zu um zusammen mit den Partnern, die ja über die Fasnet alleine sind, um die Geselligkeit zu pflegen.