"Junge Philharmonie Ukraine" sorgt für ausverkauftes Haus
Von Hans-Dieter Wagner
Oberndorf. Mit der Ouvertüre zur Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauß starteten am Donnerstagabend in der Klosterkirche weit über 400 Menschen in das neue Jahr.
Bereits zum zweiten Mal gastierte die "Junge Philharmonie Ukraine" mit ihrem Dirigenten Volodymir Syvokship in der guten Stube Oberndorfs. Mit "Rosen aus dem Süden", "Frühlingsstimmen", "Perpetuum Mobile" und dem Walzer-Evergreen "An der schönen blauen Donau" begeisterte das Ensemble die Zuhörer und riss sie zu wahren Beifallsstürmen hin.
Dass sie nicht von ungefähr viele Vorschusslorbeeren geerntet hatte, bewies Marianna Laba vom nationalen Staatsopernhaus Lviv eindeutig bei diesem wunderbaren Konzert in der ausverkauften Klosterkirche. Als eine der Besten ihres Fachs angekündigt bestach sie durch ihre hervorragende Koloraturstimme zum Beispiel in der Arie der Pamina "Ach ich fühl’s, es ist verschwunden" aus der Zauberflöte oder "Se il perdei" aus Idomenco von Wolfgang Amadeus Mozart. Die mehrfach ausgezeichnete Sängerin zeigte aber auch, dass sie das Genre der Soubrette beherrscht. Munter, verschmitzt und komisch gab sie gekonnt die Arie "Mein Herr Marquis" aus der "Fledermaus" und das "Schwipslied" der Annina aus Strauß’ komischer Operette "Eine Nacht in Venedig" zum Besten. Die ungewöhnliche "Pizzicato Polka" von Johann Strauß, die ihren Namen einer besonderen Spielweise auf Streichinstrumenten verdankt, war ein Teil des abwechslungsreichen Programms der Ukrainer. Die Streicher der "Jungen Philharmonie" zeigten, dass sie die Saiten ihrer Instrumente nicht nur mit dem Bogen streichen, sondern auch mit den Fingern zupfen können – was einen ganz besonderen musikalischen Effekt ergibt.
Mit Tschaikowskys Blumenwalzer aus dem "Nussknacker" und Verdis "Merci, jeunes amies" aus dem Schlussakt der Oper "Die sizilianische Vesper" kam auch die Ballettmusik zu ihrem Recht.
Bevor die Künstler um Syvokship zum Finale ansetzten, gab es noch ein gemeinsam gerufenes "Gutes Neues Jahr", das man mit dem "Radetzky Marsch" von Johann Strauß Vater einläutete und den die Zuschauer mit rhythmischem Klatschen begleiteten. Mit einem nicht enden wollenden Applaus bedankte sich das Publikum für einen herrlichen Konzertabend.