Sie freuen sich, dass das Projekt Ärztehaus vorankommt (von links): Hermann Acker, Hans-Joachim Thiemann (verdeckt), Dieter Kleinmann, Alexander Hopf und Dietrich Hopf. Foto: Wolf Foto: Schwarzwälder-Bote

Bürgermeister Acker will Finanzierung für Ärztehaus absichern / Viele Oberstadtprojekte laufen an

Von Peter Wolf

Oberndorf. Abriss oder Renovierung: Für Hermann Acker ist es keine Frage, welche der beiden Alternativen vorzuziehen ist. Und so freute er sich über das positive Signal von der Landespolitik zu einer Aufstockung der Finanzmittel für das Sanierungsgebiet "Östliche Oberstadt".

Der Investor Alexander Hopf und sein Bruder Dietrich Hopf, Architekt des Vorhabens, präsentierten bei einem von Bürgermeister Acker angeregten Treffen jetzt auch dem FDP-Landtagsabgeordneten und -kandidaten Dieter Kleinmann die neuen Planungen für das Ärztehaus. Acker machte dabei klar, welch hohen Stellenwert für ihn die Nutzung und Renovation des gesamten ehemaligen Schwarzwälder-Bote-Gebäudekomplexes entlang der Kirchgasse hat. "Die Stadt hatte sich verpflichtet, diese Gebäude zu übernehmen. Uns wäre im Prinzip nichts anderes übrig geblieben, als die Gebäude abzureißen und darauf zu hoffen, dass sich irgendwann ein Investor findet, der das Areal wieder bebaut." Die vorherigen Versuche, einen Investor zu finden, der wenigstens den Kopfbau nutzt, seien im Sande verlaufen, betonte Acker. "So war es ein Glück, dass mit Herrn Hopf nun ein Oberndorfer hier investieren und im Kopfbau ein Ärztehaus einrichten wollte", wobei aber immer der Abbruch der ehemaligen Rotation vorgesehen gewesen sei. Umso erfreulicher sei es aus Sicht der Stadtverwaltung, dass nun auch das Rotationsgebäude umgebaut werde und das Stadtbild an dieser Stelle unversehrt bleibe.

Acker zeigte auf, dass sich in den kommenden drei Jahren in der Oberstadt mit Parkhausbau, Durchstich zum Schuhmarkt, Teichsanierung und dem Projekt Ärztehaus extrem viel bewege. "Dann ist aber die Oberstadtsanierung auch abgeschlossen." Infolge des jetzt notwendigen höheren Aufwands beim Projekt Ärztehaus benötige die Stadt allerdings auch einen um 500 000 Euro höheren Förderrahmen für das Sanierungsgebiet, wandte sich Acker an Kleinmann und bat diesen, sich für diese Aufstockung einzusetzen. Bis jetzt sei ein Förderrahmen von vier Millionen Euro bewilligt. "Außerdem brauchen wir auch eine Verlängerung des Sanierungszeitraums bis 2014." In diesem Zusammenhang verwies Acker auf das unternehmerische Risiko des Investors bei diesem Millionenprojekt.

Kleinmann sah überhaupt keine Schwierigkeiten, dass die zusätzliche halbe Million genehmigt werde. "Das kann ich eigentlich schon jetzt zusagen. Es ist ja das erklärte Ziel der Landesregierung, die Innenstädte zu beleben. Es liegt daher in ihrem Interesse, entsprechende Maßnahmen, die zu diesem Ziel führen, zu fördern." Es leuchte wohl jedem ein, dass es sinnvoller sei, eine innerstädtische Industriebrache zu nutzen als diese abzubrechen. Der Politiker sagte auch zu, Hopf und die Stadt dabei zu unterstützen, wenn es darum gehe, noch weitere Plätze für Fachärzte von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) genehmigt zu erhalten. "Der einzig freie Platz in Oberndorf für einen Facharzt ist derzeit der für einen Gynäkologen", erklärte Alexander Hopf. Kleinmann ging davon aus, dass diese restriktive Haltung der KV angesichts des drohenden Ärztemangels im ländlichen Raum gelockert werden müsse.