Der Künstler erschafft eine Welt der Farben und Formen. Foto: Schwarzwälder Bote

Kunst: Timo Serrer will seine Werke in der Klosterbaugalerie ausstellen / Spiral-Blumenwelt-Installation

Oberndorf. Während die Coronakrise die einen aus der Bahn geworfen hat, hat sie bei anderen einen kreativen Schub ausgelöst. Dazu gehört auch Künstler Timo Serrer.

Der Ex-Oberndorfer bezeichnet sich selbst als Nomade, dessen Leidenschaft das Lernen ist. Deshalb hat er die vergangenen Monate damit verbracht, eine Ausbildung zum Arbeitserzieher zu absolvieren – "als älterster und zweitbester Schüler", wie er grinsend verrät.

Timo Serrer ist in Oberndorf kein Unbekannter. Er ist dort zur Schule gegangen. Ein Nine-to-five-Job kam für ihn danach nicht in Frage. "Das Leben kann anders aussehen als bei meinen Klassenkameraden."

Bilder bleiben im Kopf

Der ausgebildete Modedesigner suchte beispielsweise Anfang der 2000er Inspiration in Indien und im Himalaya. Später machte er eine Umschulung zum Tischler und arbeitete zeitweise in Lissabon. Mittlerweile lebt er in der Nähe von Pfullendorf.

Was ihn aber über all die Jahre begleitet hat, ist seine Kunst. Die ist ungewöhnlich, sticht ins Auge und wird manchen Betrachter irritieren, aber genau das ist es, was Serrer erreichen will: dass er im Gedächtnis bleibt. Seine letzte Ausstellung in Oberndorf war 2018 in den Gängen des Rathauses. Damals zeigte er unter dem Motto "Welcome to my world" alle seine Werke, 40 an der Zahl.

Wo anfangs Bleistift oder Tusche waren, sind heute verschiedene Materialien zu finden. Serrer entwickelt sich stets weiter, sucht neue Herausforderungen. "Ich möchte mit meinen Kunstwerken eine Welt von Farben und Formen erschaffen, die es in der Realität nicht wirklich gibt, die aber bei ihrem Betrachter Gefühle unterschiedlichster Art hervorrufen", meint er.

Nach seiner Ausstellung in Oberndorf hatte er ein großes Werk hängen gelassen. "Ich hatte irgendwie keine Lust mehr darauf, und es war zu sperrig." Deshalb ließ er es mal eben vom Bauhof in drei Teile zersägen, um etwas Neues daraus zu machen.

Verschiedene Materialien

Während der Coronakrise hat der 52-Jährige nun begonnen, sich an Plastiken heranzuwagen. Spiralen, Surreales und das Spiel mit Dimensionen gehören zu seinen Spezialitäten. Serrer arbeitet mittlerweile mit Holz, Stein, Acryl, Spiegeln, Filz, Gips, Metall und Glas. Auch etwas Politisches durfte nicht fehlen.

Im Rahmen seiner Ausbildung hat er zum Motto "Eine Landschaft im Schuhkarton – Wie Corona uns verändert" seinen "kleinen Affenzirkus" kreiert. Vorne ist die aktuelle Welt aus seiner Sicht zu sehen – mit blutigen Mauern, umstrittenen Politikern und viel Dunkelheit.

Im Hintergrund zeigt sich die Erde so, wie sie aussehen könnte. "Hinter den Mauern wartet quasi die Erleuchtung", sagt Serrer. "Ich bringe die Sachen gern auf den Punkt." Seine neuen Werke, rund 15 sind es, sollen bald in der Klosterbaugalerie ausgestellt werden. Serrer ist derzeit im Austausch mit dem Kulturamt und hofft auf September. Diesmal möchte er auch eine Vernissage veranstalten, Texte präsentieren und Hintergrundinfos zu seinen Bildern und deren Entstehung geben.

Bereits eine Zusage hat der Ex-Beffendorfer vom Gasthaus Traube bekommen. "Dort werde ich demnächst eine Spiral-Blumenwelt an der Decke im Biergarten installieren", kündigt er an.