Egon Lemperle Foto: privat

Wirt des "i-Dipfele" unerwartet von uns gegangen. Humorvoll, freundlich und stets für alle da.

Oberndorf - Für die Familie, für viele Freunde und Gäste des "i-Dipfele" ist es nahezu unfassbar: Egon Lemperle ist nicht mehr unter uns. Der Patron des Hauses, der seit 1967 diesen urgemütlichen Treffpunkt vieler Oberndorfer mit seiner Frau Bruni betrieben hat, ist im Alter von 76 Jahren unerwartet verstorben.

1961 musste er seine schulische Laufbahn abbrechen, um nach einer Lehre als Weinkaufmann mit seinen Eltern das Geschäft weiterzuführen, da sich seine beiden Brüder beruflich anders orientiert hatten. Fünf Jahre waren Vater, Mutter und Sohn gemeinsam tätig, bis 1966 die Mutter und 1967 auch der Vater starb. Für Egon, der 1966 Brunhilde Dorn geheiratet hatte, begann nun die Zeit als Chef der noch jungen Weinstube.

Seine Neigungen, etwa im "Frohsinn" zu singen, Handball zu spielen oder im Schützenverein aktiv zu sein - er war 1961 mit 18 Jahren der bis dahin jüngste Schützenkönig Oberndorfs - wurden ab sofort hintangestellt. Dem "i-Dipfele" und seiner Familie - 1968 kam Tochter Katja, 1971 Sohn Steffen zur Welt - galt nun sein ganzes Streben. Inzwischen durfte er sechs Enkelkindern Opa sein.

Mit der richtigen Einstellung den Gästen gegenüber, einer fast schon sprichwörtlichen Konstanz des Angebotes und der Hilfe seiner Frau konnte Egon dem "i-Dipfele" schon bald das Flair geben, das viele Gäste diese stilvolle Weinstube als zweites Zuhause empfinden ließ.

Mit vielen Oberndorfer Vereinen als Mitglied verbunden

In Egons Jahreslauf gab es einige feste Punkte: nach der Fasnet acht Tage Skiurlaub, zwei Wochen Urlaub im Sommer irgendwo am Meer. Weitere Fixpunkte waren zweimal jährlich die Tage der "Metzelsupp’". Anfangs war der Wirt des "i" noch selber beim Herstellen der Blut-, Leber- und Bratwürste dabei. Seine Frau hatte die Aufgabe übernommen, das Sauerkraut jedes Mal noch schmackhafter auf die Teller zu bringen.

Die Fasnet war für Egon und sein an diesen "hohen Tagen" erweitertes Team eine Herausforderung, all die Narren, die in der Fasnetshochburg an der Kameralstraße einkehrten, mit Speisen und Getränken zu versorgen.

Wenn auch aus Zeitgründen selbst nicht mehr aktiv, blieb Egon Lemperle vielen Oberndorfer Vereinen als Mitglied verbunden. Sein Männerstammtisch am Donnerstagabend und dessen jährlicher Ausflug waren für ihn ein Muss. Egon wurde von Gästen über vieles informiert, war aber keine Nachrichtenbörse. Er schaffte den Spagat, humorvoll, freundlich und verbindlich zu sein und doch das Quäntchen Distanz zu wahren, das zur gegenseitigen Hochachtung gehört.

Die "i-Dipfele"-Gäste sagen ihrem Wirt Egon Lemperle ein herzliches Danke. Die Trauerfeier für Egon Lemperle findet am Samstag, 7. September, ab 11 Uhr in der Aussegnungshalle auf dem Talfriedhof statt. Eventuell eingehende Spenden werden von der Familie an die Feuerwehr und das DRK in Oberndorf weitergeleitet.