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Stadtbücherei Oberndorf Was tun in der Lockdown-Langeweile?

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Verena Jaburg zeigt die Advents- und Weihnachtsecke in der Stadtbücherei. Foto: Cools/ © Alex – stock.adobe.com

Es wird wieder gehamstert – diesmal geht es allerdings um Bücher. Es scheint, als würden sich die Bürger in Erwartung einer Verschärfung des Lockdowns vorsichtshalber etwas dicker mit Lesestoff eindecken. Ob Gesundheitsratgeber nun besonders hoch im Kurs stehen und welche Lese-Empfehlung die Oberndorfer Stadtbücherei-Leitung gibt, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Oberndorf - Aber was ist gerade angesagt unter den Bücherwürmern? Dicke Medizinwälzer, um sich über Viren kundig zu machen? Laut Stadtbücherei-Leiterin Verena Jaburg nicht. Die 30-Jährige ist selbst eine Leseratte und wollte schon immer etwas mit Büchern machen. Deshalb studierte sie an der Hochschule der Medien Bibliothek- und Infomanagement.

Neben Biografien berühmter Menschen ist bei ihr das Motto: "Ein Thriller geht immer". Auch ein wenig blutig darf es sein. Damit kann sie den Lesern, die die Stadtbücherei Oberndorf besuchen, gut zur Seite stehen, denn Krimis und Thriller laufen nach wie vor am besten, wie sie verrät. Jaburgs Favorit im Jahr 2020 war bisher Andreas Winkelmanns "Der Fahrer".

Daneben kommen offenbar auch historische Romane, die das 20. Jahrhundert behandeln, bei der Leserschaft gut an. "Vor allem wenn es um Familiendynastien geht beispielsweise. Dauerbrenner, vermutlich jahreszeitbedingt, seien auch immer wieder Brettspiele. Des Weiteren wenden sich immer mehr Menschen dem Thema Nachhaltigkeit, Do-it-yourself und Naturkosmetik zu, wie Verena Jaburg erzählt. 30 000 Medien stehen in der Stadtbücherei Oberndorf zur Verfügung. Zudem gehört sie zum Verbund "SchwAlbE". Damit können die Leser auf einen großen Pool an E-Books, elektronischen Hörbüchern, Magazinen und Videos zugreifen.

Mit ihrem Start im Mai als neue Leiterin der Stadtbücherei lernte Verena Jaburg den Betrieb gleich unter Corona-Bedingungen kennen. "Den Normalfall kenne ich also gar nicht", sagt sie lachend. Dennoch hat sie Unterschiede beobachtet, seit sie hier ist.

Stapelweiser Konsum

Im Sommer sei die Bücherei recht gut besucht gewesen. Jetzt während des zweiten Lockdowns spüre man die Verunsicherung. "Die Menschen wissen nicht recht, was man darf und was nicht. Es ist deutlich ruhiger geworden", sagt sie. 40 bis 60 Besucher sind es durchschnittlich, die die Bücherei, auf sieben Öffnungsstunden verteilt, besuchen. "Das Wetter ist dabei immer ein entscheidender Faktor. Je schlechte das ist, desto mehr Leute kommen."

Welche Bücher ausgeliehen werden, habe sich in der Coronazeit nicht geändert, dafür aber die Menge des Ausgeliehenen. "Die Leser tendieren eher dazu, Bücher zu hamstern. Sie nehmen nicht mehr nur eins oder zwei mit, sondern gleich einen ganzen Stapel – vermutlich in der Sorge, dass die Corona-Maßnahmen wieder verschärft werden könnten und sie dann ohne Lesestoff zu Hause auf dem Trockenen sitzen", meint die 30-Jährige.

Auch kämen immer mehr Besucher zur Infotheke und erkundigten sich nach den E-Books oder ganz allgemein danach, was überhaupt nötig ist, um diese lesen zu können.

Weihnachtsecke ist bereit

Wer hinein will, der muss eine Maske tragen, die Hände desinfizieren und seine Daten zur möglichen Verfolgung angeben. Des Weiteren dürfen nur fünf Haushalte in den Räumen sein. "Um die Verweildauer kurz zu halten, mussten wir leider auch unsere gemütliche Zeitschriftenecke abbauen", bedauert Jaburg.

In Vorfreude auf Weihnachten hat die Stadtbücherei im Eingangsbereich eine Themen-Ecke eingerichtet mit Weihnachts-Literatur zum Schmunzeln, zum Gruseln, zum Vorlesen und zum Backen.

Erfahrungsgemäß gut vertreten unter den Lesern seien Kinder, Teenager und ältere Menschen. Den anderen fehle durch die Berufstätigkeit häufig die Zeit, weiß Verena Jaburg. So geht es auch der Stadtbücherei-Leiterin, die mit zwei kleinen Kindern ebenfalls alle Hände voll zu tun hat. Auf zwei bis drei Bücher pro Monat bringt sie es dennoch – und das nicht des Berufs wegen, sondern aus der puren Lust am Lesen.

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