Elbland Philharmonie Sachsen eröffnet Saison der Meisterkonzerte mit Werken von Dvorák und Rossini
Von Alwin Weber
Oberndorf. Das erste Meisterkonzert der Saison 2011/12 mit der Elbland Philharmonie Sachsen unter der Leitung von Georg Mais in der die ehemaligen Klosterkirche in Oberndorf war sehr gut besucht.
Der Dirigent begrüßte das Publikum und teilte mit, dass, bedingt durch einen Migräneanfall, die Solistin des Abends, Jeanne Christée, verhindert sei. Er und das Orchester wollten nun mit der Ouvertüre zur Oper "Die diebische Elster" von Gioachino Rossini und der Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 "Aus der Neuen Welt" von Antonín Dvorák einen Abend mit Moderation im Stil von Justus Frantz gestalten.
Das nicht gespielte Violinkonzert werde zu gegebener Zeit nachgeholt, und als Entschädigung gebe es nach dem Konzert Sekt für alle.
So erfuhren die Zuhörer in Umrissen auch den Inhalt der Oper, von der – wie oft bei Rossini – sich nur die Ouvertüre bei einem breiteren Publikum durchsetzen konnte.
Wenn auch das Vorspiel zu "La gazza ladra" ungewöhnlich mit der kleinen Trommel solo begann, zeigte sich unter Georg Mais – mit sehr beherrschter Körpersprache – schnell die Qualität des Orchesters. Schöner, klarer Bläsersatz war verbunden mit geschmeidigem Streicherklang. Schwebende Leichtigkeit stand sattem Ton in Tutti-Teilen gegenüber.
Das die Mitte der Ouvertüre beherrschende Crescendo über viele Takte so gleichmäßig zum strahlenden Fortissimo zu führen, war eine Meisterleistung von Orchester und Dirigent. Diese "Diebische Elster" war ein würdiger Auftakt der "Stagione" in Oberndorf. Vor der Aufführung der "Sinfonie aus der Neuen Welt" des großen Romantikers Antonín Dvorák erinnerte Georg Mais daran, dass bei einem Sinfoniekonzert vor 15 Jahren der Gedanke an die "Meisterkonzerte" geboren und dann auch Realität wurde. Zu Dvoráks e-Moll-Sinfonie wusste der Dirigent viel Wissenswertes zu erzählen, so beispielsweise, dass sich der Komponist während eines dreijährigen Aufenthalts in den USA zwar von der afro-amerikanischen und indianischen Musik inspirieren ließ, diese Elemente jedoch persönlich umsetzte.
Berückend schön im zweiten Satz war die Melodie des Englischhorns (Yvonne Richter). Der wahrhafte Trommelfell-Überfall des Orchesters zu Beginn des dritten Satzes als Einleitung zu einem Indianertanz gelang prächtig. Ohne jeden Bruch gelang es Dirigent und Orchester, daraus einen wunderschönen Walzer und böhmische Tanzweisen zu entwickeln. Das berühmte "Neue Welt"-Thema schloss machtvoll diese erlesene Interpretation der großen Sinfonie Dvoeáks. Trotz des jubelnden Applauses gab es keine Zugabe – dafür mehr Zeit, sich bei einem Glas (Gratis)- Sekt noch über das Gehörte zu unterhalten.