Barbara Beier ist als stellvertretende Leiterin ans Oberndorfer Amtsgericht zurückgekehrt. Familiensachen werden meist im kleinen Sitzungssaal verhandelt – in Zeiten von Corona mit Abstand und Plexiglasschutz. Wenn möglich, wird aber auch der große Saal genutzt, in dem sonst eigentlich die Strafprozesse stattfinden. Foto: Danner Foto: Schwarzwälder Bote

Amtsgericht: Barbara Beier kehrt an ihre alte Wirkungsstätte zurück / Schwerpunkt Familienrecht

Die Leitungsriege des Oberndorfer Amtsgerichts ist wieder komplett. Seit 15. April ist Barbara Beier als Stellvertreterin des Direktors Wolfgang Heuer im Amt.

Oberndorf. Der bisherige Stellvertreter Wolfgang Froemel hatte sich zum Ende des vergangenen Jahres an ein anderes Gericht versetzen lassen. Sein Posten war seither vakant. Amtsgerichtsdirektor Wolfgang Heuer freut sich nun über die Verstärkung. Zumal mit Barbara Beier eine "altbekannte" Kollegin nach Oberndorf zurückgekehrt ist.

Bereits von 2007 bis 2018 war sie in der Neckarstadt Richterin. Nach einer neunmonatigen Abordnung ans Oberlandesgericht Stuttgart verstärkte sie zuletzt das Rottweiler Amtsgericht – ebenfalls als Stellvertreterin der dortigen Direktorin. Jetzt wurde sie auf eigenen Wunsch wieder an ihre alte Wirkungsstätte versetzt.

Noch ist sie zu 50 Prozent nach Rottweil abgeordnet, ab Juni aber ist sie ausschließlich für das Oberndorfer Gericht da.

Der Schwerpunkt von Barbara Beier liegt auf dem Familienrecht. Seit sie nach dem Studium in Passau in ihrer Assessorenzeit in diesem Bereich tätig war, ist er ihr ans Herz gewachsen.

"Hier kann man Recht gestalten", erklärt sie ihre Leidenschaft fürs Familienrecht. Während sich die Kollegen etwa bei Strafverhandlungen immer mit vergangenen Ereignissen beschäftigten, habe eine Familienrichterin die Chance, für die Zukunft zu entscheiden. Etwa bei Scheidungen. Oftmals sind Kinder involviert. Wenn es gelinge, mit allen Beteiligten eine Lösung zu finden, mit der alle gut leben könnten, so sei dies sehr befriedigend, berichtet die 48-Jährige. "Man ist sehr nahe an den Menschen dran." Die Tätigkeit sei sehr vielseitig.

Barbara Beier ist selbst zweifache Mutter. Obgleich es natürlich sehr wohl möglich sein, Familienrecht zu sprechen, wenn man keine eigenen Kinder habe, schade es sicherlich nicht. So könne sie sich in überforderte Eltern sicherlich leichter hineinversetzen.

Sie räumt aber auch ein: "Man muss wohl selbst eine glückliche Kindheit gehabt haben, um das ganze Elend, mit dem man konfrontiert wird, verkraften zu können."

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