In Altoberndorf steht das Buch der Erinnerung. Foto: Stadt Foto: Schwarzwälder-Bote

Am Montag wird wieder an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht / Feier beginnt um 16.30 Uhr

Von A. Kussmann-Hochhalter

Oberndorf-Altoberndorf. Seit 2007 erinnert in Alt-oberndorf das "Buch der Erinnerung" an die Opfer des NS-Zwangsarbeitereinsatzes in Oberndorf.

Seit einigen Jahren lädt die "Initiative 27. Januar" alljährlich zu einer Gedenkveranstaltung an diesem Mahnmal ein. So auch in diesem Jahr am Montag, 27. Januar, ab 16.30 Uhr.

Von den Tausenden ver­schleppter Ausländer, die während der NS-Diktatur in Oberndorf in Lagern leben mussten, verloren 308 Menschen ihr Leben in unserer Stadt. Darüber hinaus erlitten ungezählte Männer und Frauen Schaden an Leib und Seele und den Verlust von Lebensglück. Sie waren nicht die einzigen Opfer.

Alt-Bürgermeister Klaus Laufer arbeitet seit fünf Jahren an seinem Buch

Ein in unserer Stadt kaum bekanntes, kaum geahntes NS-Verbrechen sind die Kran­kenmorde im Rahmen der sogenannten "Euthanasie".

Im Vorfeld des geplantes Krie­ges wollten die Rasseideologen auch in der eigenen Bevölkerung "lebensunwertes Leben ausmerzen": Vor allem psychisch kranke Menschen, schwer körperlich Behin­derte und auch sozial auffällige Personen wurden systematisch ausgesondert und in perfiden verschleierten Aktionen verschleppt und ermordet, so dass ihre Angehörigen oft erst lange nach Kriegsende vom wahren Schicksal ihrer Angehörigen erfuhren.

In fünfjährigen Nachforschungen hat Klaus Laufer, von 1983 bis 1999 Bürgermeister von Oberndorf, das Schicksal von 17 Oberndorfer Todesopfern der "Euthanasie"-Morde aufklären können. Bei der Gedenkveranstal­tung am Montag wird er ihr Leben und Sterben kurz skizzieren und von den oft äußerst schwierigen Bedingungen seiner Recher­chen berichten.

Ausführlicher wird Klaus Laufer von der "Euthanasie"-Aktion in Oberndorf in einem Vortrag berichten, den er am Freitag, 14. März, um 19.30 Uhr im Saal 1 der Volkshoch­schule im Schwedenbau halten wird. Dort wird er dann auch seine Doku­mentation dazu präsentieren.