Narrenzunft wieder im ruhigen Fahrwasser
Von Sylvia Fahrland
Oberndorf-Boll. Nach einigen Turbulenzen im Vorjahr in Bezug auf die Vereinsorganisation befindet sich die Narrenzunft Boll wieder in ruhigerem Fahrwasser.
Ende August habe Michael Danner aus privaten, persönlichen und schulischen Gründen seinen Rücktritt als Präsident und Elferrat mitgeteilt, sagte der stellvertretende Präsident Veit Heumann, der seither die Leitung der Zunft kommissarisch übernommen hatte und die Hauptversammlung leitete.
Heumann und Schriftführer Nicolaj Trick ließen in ihren Berichten die Fasnet und die Veranstaltungen des abgelaufenen Jahres noch einmal Revue passieren. Besonders begeistert seien die spendablen Narren beim Narrentreffen im elsässischen Sélestat aufgenommen worden. Erstmals habe die Garde den Elferrat beim traditionellen Abstauben am Dreikönigstag unterstützt. Ein amüsanter Schlagabtausch mit Ortsvorsteher Wolfgang Schittenhelm habe den mittlerweile vierten Uhuflug am Schmotzigen eingeläutet.
Die erste WaFa-Disco warf trotz verhaltener Besucherzahlen Gewinn ab. Daher soll zu Halloween eine weitere veranstaltet werden. Mehr Resonanz hatte man sich von einem Infofrühschoppen für Mitglieder erhofft.
Bei der Veranstaltung am 1. Mai habe das Wetter nicht mitgespielt, so dass man überlege, in Zukunft von der Schutzhütte zum Uhunest auszuweichen.
Da Kassierer Josef Maier verhindert war, erläuterte Heumann an seiner Stelle den in allen Details vorbereiteten Kassenbericht und zeigte sich erleichtert über den Gewinn. Damit sei die jährliche Rücklagenbildung für das Ringtreffen des Narrenrings Oberer Neckar, das 2020 wieder in Boll stattfinden wird, fast in angestrebter Höhe erreicht worden. Den anwesenden Ringpräsidenten Achim Seepold wird es gefreut haben, auch wenn er nicht deswegen gekommen war. Vielmehr wolle man sich innerhalb des Narrenrings besser kennenlernen, von den Erfahrungen der Mitgliedszünfte profitieren, etwaige Probleme gemeinsam lösen und als wichtigstes Gut das Brauchtum erhalten.
Die Narrenzunft Boll informierte die Mitglieder noch über manche Neuerung: Die Vorbereitungen zur Gründung eines Fördervereins seien bereits weit gediehen, und nach erheblicher Diskussion über die Beitragserhöhungen im Vorjahr wurden nun reduzierte Mitgliedsbeiträge für Schüler, Auszubildende, Studenten sowie Senioren realisiert. In punkto Buskosten hatte die Versammlung keine Einwände, dass künftig von jedem Fahrgast zu den Auswärtsterminen im voraus eine Fahrkarte erworben werden muss. Staffelpreise sollen für eine faire Behandlung von Gardemädchen und Musikern sorgen. Da sich der Schützenverein von der Fasnetsverbrennung am Schützenhaus zurückziehen will, wird die Verlegung auf den Rathausplatz erwogen.
Vor der Beschlussfassung führten die von Ortsvorsteher Wolfgang Schittenhelm durchgeführten Wahlen zu folgendem Ergebnis: Für weitere zwei Jahre wurden die Elferräte Veit Heumann, Nicolaj Trick, Josef Maier, Sergio Serrano und Tobias Musialik gewählt, ein weiteres Jahr bleiben Christoph Gering und Peter Schatz im Elferrat, neu kommen Tobias Möws und Marc Ziegler hinzu. Turnusbedingt wurden sie für ein Jahr gewählt.
Frank Riechelmann bleibt Kassenprüfer, Denise Pfänder rückt als zweite Kassenprüferin anstelle von Peter Schatz nach. Zum Präsident wählte die Versammlung den bisherigen Stellvertreter Veit Heumann. Schriftführer Nicolaj Trick und Kassierer Josef Maier wurden in ihren Ämtern bestätigt. Oliver Langenbacher wurde vom Elferrat zum Stellvertreter des Präsidenten gewählt. Da der Ringschriftführer bereits seit 30 Jahren Mitglied der Boller Zunft und seit zehn Jahren Elferratsmitglied ist, wurde er, ebenso wie Günter Arnold für seine mehr als 40-jährige Mitgliedschaft, zum Ehrenmitglied ernannt.