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Oberndorf a. N. Hangrutsch: Hausbesitzer sind in Sorge

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Den Anwohner der König-Wilhelm-Straße geht das warten auf das geologisches Gutachten viel zu langsam. Foto: Danner

Oberndorf - Seit Februar diesen Jahres ist bekannt, dass der Hang an der L 415 zwischen Oberndorf und Boll in Bewegung ist. Nun melden sich besorgte Hausbesitzer der darunter liegenden König-Wilhelm-Straße zu Wort. Im Hang ist ein alter Luftschutzbunker.

Vier bis fünf Meter tief sind die Risse in der L  415 inzwischen. Der Unterhalt der Landstraße liegt im Zuständigkeitsbereich des Regierungspräsidiums (RP) Freiburg, Außenstelle Donaueschingen. Das dortige Straßenbauamt hat eine Ampel aufgestellt, seit Februar fließt der Verkehr zunächst auf einer Strecke von 50, mittlerweile von 200 Metern nur noch halbseitig. Ein geologisches Gutachten ist in Auftrag gebeben. Es werde jedoch erst zum Jahresende erwartet (wir berichteten).

Doch den Anwohner der König-Wilhelm-Straße geht das alles viel zu langsam. Zudem haben sie Erkenntnisse, die bisher auch Bürgermeister Hermann Acker unbekannt waren. Im Hang befindet sich der sogenannte König-Wilhelm-Stollen. Acker hat sich schlau gemacht und dem Schwarzwälder Boten einen Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1965 zu Verfügung gestellt.

Darin heißt: "Dieser Stollen misst 181 Meter und erfordert etwa 1300 Kubik (Beton) zum Füllen." Seine größere Anfälligkeit gegenüber anderen Stollen ergebe sich vor allem aus seiner mit zweieinhalb Metern erheblich größeren Breite gegenüber den im allgemeinen nur 120 bis 180 Zentimeter breiten sonstigen Luftschutzbunkern. Sein Zustand sei schlecht.

Die Stadtverwaltung hat zudem ein Protokoll des Hochbauamts aus dem Jahr 1966 in seinen Akten gefunden. Darin sei zu lesen, dass die Arbeiten zum Verfüllen und Verpressen des Stollens am 7. April 1966 abgeschlossen worden seien, und durch das staatliche Hochbauamt am 25. April desselben Jahres eine Abnahme stattgefunden habe, teilt der Bürgermeister unserer Zeitung auf Anfrage mit.

Man habe diese neuen Informationen dem Straßenbauamt in Donauschingen mitgeteilt. Alles weitere müsse das vom RP in Auftrag gegebene geologisches Gutachten ergeben, so Acker. Bei den Hausbesitzern, die sich mit ihren Bedenken schriftlich an die Stadt Oberndorf gewandt hatten, scheint es mit der Kommunikation allerdings nicht so gut zu klappen. Man habe keine Antwort bekommen, erklärt ein Anwohner der König-Wilhelm-Straße im Gespräch mit unserer Zeitung. Er zeigt uns auch die vielen tiefen Spalten, die sich quer durch seinen Garten auftun. Er habe sie nach dem Mähen entdeckt, sagt er.

Nachbarn berichten Ähnliches. Für sie ist die halbseitige Sperrung der Straße keine Lösung. Der Hang rutsche weiter. Die Lastwagen und Sattelschlepper führen nun halt gut zwei Meter weiter drüben. Das macht in ihren Augen nicht viel Unterschied. Für sie gehört die L 415 komplett für den Schwerlastverkehr gesperrt. An einem Haus zeigten sich bereits Risse im Gartenweg. Die Anwohner fragen sich nun, wer für diese und eventuell noch dazukommende Schäden aufkommt.

Sollte der Stollen seinerzeit womöglich nicht ordentlich verpresst worden sein und stürze nun ein, dann komme die ganze Straße runter, sind sie überzeugt. Ein Hausbesitzer moniert, seine Anrufe bei der Stadt und auch beim Straßenbauamt in Donaueschingen seien "ohne konkrete Aussagekraft"geblieben. Bei ihm entstehe der Eindruck, "dass jeder dem anderen diese für uns sehr ernste Angelegenheit zuschiebt, ohne sich festlegen zu wollen."

Schon einmal Häuser schwer beschädigt

Schon einmal sind an einem Oberndorfer Hang zwei Häuser schwer beschädigt worden. Der Oberndorfer Heimatforscher Alfred Danner erinnert sich, dass vor Jahrzehnten in der August-Barack der Hang über Nacht ins Rutschen gekommen sei. Seinerzeit habe es sogar ein Gerichtsverfahren gegeben, weil die Gebäudeversicherung damals der Meinung gewesen sei, die Stadt sei verantwortlich und müsse den Schaden bezahlen. Auch in diesem Hang gab es einen Stollen.

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