In vielen Supermärkten herrscht immer noch Notstand. (Symbolfoto) Foto: Zinken

Notstand wegen Corona-Panik auch in Supermärkten. Einige konnten Problem umgehen.

Oberndorf - Notstand in den Supermärkten: Die Hamsterkäufe aufgrund der Corona-Panik greifen nach wie vor um sich und haben die Regale im Einzelhandel leer gefegt. Die Situation bringt so langsam auch einige Gastronomen in eine schwierige Lage.

Wenn dem türkischen Imbiss die Tomaten ausgehen, sieht es für Pizza-Margherita-Fans schlecht aus. So manche schlechte Nachricht musste denen in den vergangenen Tagen auch das Restaurant "Lawine" überbringen. "Und nicht nur das", sagt Gamze Öztürk, die hinter einer vorerst wieder gut bestückten Theke steht. "Gestern sind schon wieder die Tomaten ausgegangen. Aber auch Nudeln, Eier, Mehl. Es gibt nichts mehr im Handel. An den Wochenenden sieht es besonders schlecht aus."

Sie habe extra nach Villingen in den nächsten Großhandel fahren müssen, um die Ware nachkaufen zu können. "Ich habe auch mit den Händlern hier geredet, die ich kenne", sagt Öztürk. "Die meinten alle, es sei die Hölle los. Die Leute kaufen ein, als gäbe es kein Morgen mehr."

Anastasia Chatziapostolou vom griechischen Restaurant "Gia Mas" berichtet von einer bisher noch recht entspannten Lage. "Diese Woche haben wir zum Glück noch alles von unserem Händler bekommen", sagt sie. "Wie es nächste Woche aussieht, weiß natürlich niemand."

Alexandra Frankenbach: "Die Zentralen sind auf die Lage eingestellt"

Wer sich keine Sorgen macht, ist das italienische Restaurant "Al Capriccio". "Wir haben verschiedene Großhändler an der Hand, deutsch und italienisch", erklärt Inhaberin Evelyn Aprigliano. "Bei denen gibt es immer alles. Außerdem haben wir auch einiges da." Allein mit den Vorräten käme das Restaurant 14 Tage über die Runden.

Wer unter den Gastronomen einen oder gar mehrere Großhändler an der Hand hat, der hat Glück. Bei diesen scheint sich noch kein nennenswerter Notstand bemerkbar zu machen.

Anders sieht es im Oberndorfer Einzelhandel aus. Im "Real" ist so manches leere Regal zu finden. "Wir sehen täglich randvolle Einkaufswägen", berichtet eine Mitarbeiterin des Geschäfts. So werde literweise Wasser gekauft, ebenso ganze Milchkartons. Auch kiloweise Mehl, Öl und Teigwaren wie Nudeln werden gerne gehamstert, erklärt sie. "Aber ich habe den Eindruck, dass der Kaufrausch so langsam wieder nachlässt."

Richtig gemacht hat es, wer schnell reagiert hat. "Wir haben gut reagiert", freut sich Alexandra Frankenbach vom "Rewe" in Oberndorf. Als sie von den ersten Verdachtsfällen in Oberndorf gehört habe, da habe sie sofort alles nachbestellt, was für gewöhnlich schnell vergriffen ist. Nun sind die Lager voll und das ist auch gut so, meint sie. "Auch die Zentralen sind auf die Lage eingestellt." Engpässe gebe es hier also so schnell keine. Und was sich beim Real bemerkbar macht, ist auch Frankenbach aufgefallen: Das Schlimmste scheint überstanden zu sein. "Der große Kundenansturm legt sich so langsam wieder."